Begrenzt schlüssig
Wenn in Hannover Dalands Schiff und des Holländers Geisterschiff in See stechen, dann heißt es volle Fahrt voraus: Ivan Repušić lässt das Niedersächsische Staatsorchester mit Verve aufspielen. Es gibt zügige Tempi, viel orchestrale Dramatik bläht die imaginären Segel. Wohin die Reise geht, weiß man da noch nicht, denn die Ouvertüre muss nicht gegen eine Bilderflut ankämpfen.
Wenn sich der Vorhang öffnet, erblicken wir ein lädiertes Gebäude, das aussieht, als habe Kapitän Schettino seine «Costa Concordia» gegen eine Landungsbrücke gedonnert.
Was Friedrich Eggert auf die Bühne der hannoverschen Staatsoper gestellt hat, soll aber ein derangiertes Einkaufszentrum sein. Es schadet nichts, wenn man vorab im Programmheft blättert, wo Regisseur Bernd Mottl Deutungszeichen setzt. Das Problem bleibt nur, dass sich manche Idee zwar schlüssig anhört, in der Bühnenrealität aber nur begrenzt funktioniert.
Die beste Idee ist da noch, Senta als Gothic Queen zu verkleiden. Doey Lüthi hüllt die Todessehnsüchtige ganz in Schwarz. Des Holländers Mannen stelzen als Zombies durch die Szene, Dalands Matrosen sehen aus, als kämen sie geradewegs von der Waterkant. Sie schaukeln und schunkeln im dritten ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Rainer Wagner
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Mittwoch, 8. März. Ich sitze im Flugzeug Richtung Pesaro, jedoch zur falschen Jahreszeit. Es fühlt sich auch falsch an, denn normal herrscht Vorfreude auf unerhörte Belcanto-Schätze, Sänger-Entdeckungen und vor allem die Gesellschaft meines Freundes Alberto Zedda. Er, der das Pesaro Festival kreierte und seit je (beg-)leitet, steht heute ebenso für diese Stadt wie...
Namen sind nur Schall und Rauch? Mag sein, im vorliegenden Fall ist das anders. Die Helden dieses «fantastischen» Romans, für den E. T. A. Hoffmann und Bulgakow, Rabelais und Voltaire, Nabokov und Cortazár sowie einige andere bedeutende Novellisten Pate gestanden haben, tragen ihre Namen mit Bedacht, Würde – und vor allem mit einem gehörigen Schuss Ironie. Was soll...
