Barock-Musical
Barockmusik am Hessischen Staatstheater: Das ist auch nach Rameaus «Platée» und der szenisch umgesetzten Bach’schen «Johannes-Passion» in den vergangenen Spielzeiten etwas Besonderes im goldprunkenden Neo-Rokoko. Ist in diesem Jahr um Ostern herum seine «Markus-Passion» oft zu hören gewesen, so spielen die Opern von Reinhard Keiser heute kaum noch eine Rolle.
Mit zwei Ausnahmen: Aus seinem Gesamtwerk von rund siebzig Bühnenwerken wurden in den vergangenen Jahren der «Prinz Jodelet» und «Croesus» wiederbelebt, mit Letzterem hat man sich jetzt in Wiesbaden ein enorm zugkräftiges Werk ausgewählt. 1730 hatte Keiser die revidierte Zweitfassung seines «Croesus» an der Gänsemarkt-Oper in Hamburg mit großem Erfolg vorgestellt. Der Titel «Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus» stellt die Geschichte recht genau vor.
Die Allegorie ist allerdings nur ein Rahmen – manchmal könnte man meinen, ein Vorwand – für eine bunte und lebendige Handlung, die viele glücklich und unglücklich liebende Menschen vom Hofe des Croesus bangen, hoffen und schmachten lässt. Dazu noch zwei heitere Buffo-Figuren, eine abgründige Hofintrige und ein plötzliches Happy End: Viel Stoff für knappe drei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So gefühlvoll wurde die Kernbotschaft der Bergpredigt nie wieder in Musik gesetzt: «Selig sind, die Verfolgung leiden» brachte es in der Vertonung Wilhelm Kienzls sogar zu Wunschkonzertreife. Doch hüte man sich vor Häme. Denn Kienzls Opernerstling «Der Evangelimann» (1895) kann, wenn er sensibel und unsentimental musiziert und inszeniert wird wie in dieser neuen...
In Verdis 1862 für St. Petersburg komponierter Oper «La forza del destino» macht das Schicksal Überstunden. Gleich zu Beginn löst sich aus der Pistole des Mestizen Alvaro unbeabsichtigt ein Schuss und trifft den Marchese di Calatrava tödlich. Dem Fluch des Sterbenden fallen – nach einer Kette von absurden Fügungen des Schicksals – im Schlussbild nacheinander sein...
Erstaunlich, dass dieser «Don Quijote» nach seiner erfolgreichen Premiere in Spanien fünf Jahre gebraucht hat, um erstmals auf einer deutschen Opernbühne aufzutauchen. Das Werk hat nämlich alles, um zu einem – allerdings anspruchsvollen – Repertoirestück zu werden. Der Zugriff Halffters und seines Librettisten Andrés Amorós auf den alten Stoff ist bestimmt von...
