Ausgebleicht
Das Stück ist sakrosankt, unantastbar. Vollendete Vokalkunst. Und einer der tristesten Klagegesänge der Musikgeschichte. «When I am laid in earth», Didos Weltabschiedsarie, trägt den Schmerz einer ganzen Epoche in sich, ist aber zugleich von einer so ätherischen Schönheit, dass man das Leben im Jenseits fast schon wieder als wunderbar imaginieren möchte. Der Tod als Geschenk.
«When I am laid in earth»: In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin hören wir dieses Stück, überaus expressiv, vielleicht eine Spur zu pathetisch vorgetragen von Abigail Lewis, und doch ist es ein anderes Stück. Eine Übermalung, die allerdings mehr Aussparung ist; Entfärbung, ja Ausbleichung, so, als sei die Arie mehrfach in der Waschmaschine gewesen. Die Melodie ist, wie sie im Original klingt: schlicht, kantabel, fließend. Verändert sind ihre Kontexte, verändert ist die harmonische Struktur: Dissonanzen haben sich eingeschlichen, Aufrauhungen. Wie Kratzspuren auf vorbarocker Oberfläche, so klingt die Musik jetzt – und damit, wie in die Zeit gekommen, unsere Zeit.
Michael Hirsch hat sich dem Komponisten Henry Purcell für sein Musiktheater in zwei Teilen «Dido» behutsam angenähert. Bekundet seinen Respekt ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Jürgen Otten
Die «Tri sestri» von Peter Eötvös, Kurt Weills «Street Scene», Antoine Mariottes «Salome», 2014 in der «Opernwelt»-Umfrage zur «Wiederentdeckung des Jahres» gekürt: Brocken aus den Randzonen des Repertoires sind das, die das Münchner Rundfunkorchester, meist gelotst von seinem bald scheidenden Chef Ulf Schirmer, mit der Theaterakademie August Everding gestemmt hat....
Aachen
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– Orphée et Eurydice: 1., 16.
– Anatevka: 2., 17., 29.
– Das Tagebuch der Anne Frank: 8., 30.
– Powder Her Face: 9.
– Il trittico: 12.
– Macbeth: 22.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
Winterstein-Theater
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w...
Namen sind nur Schall und Rauch? Mag sein, im vorliegenden Fall ist das anders. Die Helden dieses «fantastischen» Romans, für den E. T. A. Hoffmann und Bulgakow, Rabelais und Voltaire, Nabokov und Cortazár sowie einige andere bedeutende Novellisten Pate gestanden haben, tragen ihre Namen mit Bedacht, Würde – und vor allem mit einem gehörigen Schuss Ironie. Was soll...
