Aus dem Geiste Brechts
All jene Inszenierungen von «Tristan und Isolde», die wirklich in die Interpretationsgeschichte eingegangen sind, bedienen Wagners äußerlich so aktionsarme «Handlung» und ihren hochromantisch gestimmten Lobpreis der Nacht mitnichten. Die feministische Kommunistin Ruth Berghaus verbot ihren Darstellern in Hamburg gar dezidiert jegliche Geste des Verliebtseins und verlegte das Geschehen kurzerhand in kosmische Sphären.
Auch ihr linker Ostberliner Schriftstellerkollege Heiner Müller zwängte seine Wagnerheroen in Bayreuth ins choreographische Korsett, schaltete zum Höhepunkt des Liebesduetts dann einfach das Licht aus.
Noch einen Schritt weiter ging nun Tiago Rodrigues in Nancy und wendete die Maximen des epischen Theaters mit maximaler Konsequenz (glücklicherweise nicht ideologisch verengend, sondern mit einigem Humor) auf das kompositorisch kühnste Opus des Gesamtkunstwerkers an. Dabei gerät das Gipfeltreffen von Richard Wagner und Bertolt Brecht glückvoll. Tiago Rodrigues inszenierte an der Opéra national de Lorraine seine erste Oper überhaupt und wagte gleich eine Extraportion an emotionaler Distanzierung. Der portugiesische Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und aktuelle ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Peter Krause
alpha
05.03. – 21.45 Uhr Rossini: Stabat Mater
Es wird selten aufgeführt, das «Stabat Mater» von Gioachino Rossini. Es ist zwar ein geistliches Werk, aber durch und durch vom Geist der Oper inspiriert. Deshalb braucht es erstklassige Solisten. Dieser Aufgabe stellten sich zum Start des Rossini-Jahres 2018 Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks in einer...
Bei Alfred-Hitchcock-Fans sorgt die Szene für wahre vibrations. Während draußen ein Gewitter tobt, kehrt Marnies Erinnerung zurück: Sie kam als kleines Mädchen ihrer Mutter, die danach alle Schuld auf sich nahm, zur Hilfe und erschlug deren brutalen Freier mit einem Schürhaken. Jetzt kann Marnie alias Tippi Hedren befreit von der Last ihrer Vergangenheit ein neues...
Zu spekulieren, ob Mozart sich auf den Pisten des nach ihm benannten Salzburger Ski-Verbundes «Amadè» oder in der unter gleichem Namen im Internet angepriesenen «Erlebnis-Therme» wohlgefühlt hätte, erübrigt sich in Ermangelung solcher Stätten zu seinen Lebzeiten. Ohnehin dürfte «Mens sana in corpore sano» nicht zu den Lebensmottos des Genies gehört haben. Keinen...
