Auf den Hund gekommen
Michail Bulgakows Erzählung «Hundeherz» handelt von einem Straßenköter, dem singuläres Glück widerfährt: Er glaubt, das Paradies auf Erden zu erlangen, als ihn Professor Philip Philipowitsch aufsammelt, in seiner Moskauer Wohnung beherbergt und verköstigt. Was dann geschieht, ist nicht mehr geheuer: Der Hund wird für einen medizinischen Versuch missbraucht, die Versuchsanordnung gerät außer Kontrolle. Der italienische Theatermann Cesare Mazzoni arrangierte aus dem 1925 entstandenen Text, in dem sich die Konsolidierung des jungen Sowjet-Regimes spiegelt, 16 Szenen.
Die versah nun Alexander Raskatov mit einem weithin turbulenten Tonsatz. Die neue Hundemusik kann zucken, knurren, winseln, wedeln, bellen und die Zuhörer mit den sprichwörtlichen Hundeaugen der scheinbaren Naivität anblicken.
Das Feeling für Parodie und Groteske könnte Raskatov ererbt haben: Der Vater des 1953 geborenen Komponisten war Redakteur des Moskauer Magazins «Krokodil». Raskatov jr. studierte am Konservatorium der Heimatstadt. Nach dem Examen 1978 holte er sich höhere Weihen bei Tichon Chrennikow, dem mächtigen Ersten Sekretär des Sowjetischen Komponistenverbandes. Das war im Prinzip keine schlechte Voraussetzung ...
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