Auf dem Laufsteg
Das Ereignis ist historisch, die Geschichte sicher nicht. Menschen treffen sich – mehr oder minder zufällig – im Kurhotel, um abzureisen. Zur Königskrönung von Karl X. nach Reims, 1825. So mancher Unbill, eine umgestürzte Kutsche und zu wenig Pferde, werden sie schließlich davon abhalten. Und so bleiben sie in Plombières und feiern. Und singen dort einen Toast auf den neuen Monarchen, auch wenn dieser vitaler Vertreter der Reaktion sein mag. In der Musik von Gioacchino Rossini kommt solches ohnedies nur sehr ambivalent zum Ausdruck.
Ein Stück zwischen den Zeiten, auch wenn das der Komponist und sein Librettist Giuseppe Luigi Balloco zur Entstehungszeit allenfalls ahnen konnten.
Ein Stück jenseits des populären Opernrepertoires. «Il viaggio a Reims – Die Reise nach Reims», erst 1951 wiederentdeckt, wird nie ein Publikumsreißer werden. Was den Charme des «heiteren Dramas in einem Akt» ausmacht, ist die musikalische Personencharakterisierung (weit über die Hälfte der Musiknummern sind Auftrittsnummern, aber was für welche) gespickt mit virtuoser Gesangsakrobatik und leidenschaftlichem Schöngesang – alles nur mit einem Zweck: maximalen Raum für den Affekt, den
Gefühlsausdruck zu ...
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Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Festivals II / Panorama, Seite 58
von Birgit Pauls
dazu gibt es folgende Themen:
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