Arte Povera
Albrecht Puhlmann setzt gleich im ersten Jahr seiner Intendanz kräftige neue Akzente am Nationaltheater. Nach Händels «Hercules», einer Revue von Mischa Spoliansky und einem szenischen Liederabend hatte jetzt Monteverdis «Ulisse» (als Mannheimer Erstaufführung!) Premiere. Das musikalische Drama um den antiken Kriegsheimkehrer beginnt furios mit dem Prolog der launischen Götter im Foyer und setzt sich nach dem Umzug in den Saal vor dem geschlossenen Eisernen Vorhang fort. Arte povera ist angesagt.
Robert Schweer hat den hochgefahrenen Orchestergraben mit zwei gegeneinander drehbaren, kreisrunden hölzernen Stegen überbaut. Die fünfzehn Instrumentalisten sitzen mitten unter den Darstellern auf diesem Podest, das Spiel rückt hautnah an die Zuschauer heran.
Das besitzt den Charme des Direkten, ja Einfachen und erinnert an die Bretterbühne des Jahrmarkttheaters. Kräftige farbige Akzente setzen nur die fantasievollen, den barocken Zeitstil zitierenden Kostüme Justina Klimczyks – Penelope im hochgeschlossenen, schwarz-blauen Tudor-Kleid, die Freier mit Pluderhosen herausgeputzt –, während Odysseus als traumatisierter Krieger in blutverschmierter Kampfmontur und Jupiter im mit Goldglitter ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert
SABINE DEVIEILHE
Als «Königin der Nacht» macht sie schwer Eindruck, so sprühend, leicht und virtuos fliegt sie in höchste Höhen. Doch besteht das Repertoire der jungen französischen Koloratursopranistin nicht nur aus Partien Mozarts. Auch in den Opern Debussys, Delibes’ und Poulencs ist sie zu Hause. Ein Gespräch
ALBERTO GINASTERA
Sein Name, sein Werk ist nur...
Es ist ein Rührstück, daran lässt Tatjana Gürbaca keinen Zweifel. Wenn Werther und Charlotte im vierten und letzten Akt doch noch zueinanderfinden, dies aber um den Preis von Werthers Leben und gewiss auch Charlottes Ehe geschieht, bleibt kein Auge trocken. Da öffnet sich die Bühne von Klaus Grünberg und gibt den Blick frei ins All – in jenen romantischen...
Tröstliche Botschaften hält Alexander von Zemlinskys «Der Zwerg» nicht bereit. Der 1922 uraufgeführte Einakter beschreibt die zynischen Herrschaftsmechanismen am spanischen Königshof des 16. Jahrhunderts, die einen Kleinwüchsigen zum Spielball der dekadenten Hofgesellschaft herabwürdigen. Der Infantin Donna Clara zum Geburtstag geschenkt, wird ihm weisgemacht, er...
