Weder noch

Strauss: Arabella Leipzig / Oper

Dass «Arabella», die letzte Kooperation von Richard Strauss mit Hugo von Hofmannsthal, meistens als süß verkitschte Wiener Fortsetzung des «Rosenkavalier» triumphiert, war in Leipzig wenigstens optisch kaum zu erkennen. Statt eine behagliche Wiener Wohnkultur um 1860 zu zeigen, wie sie die nobel im Stadthotel hausende Familie Waldner bevorzugt, hatte Bühnenbildnerin Heike Scheele lediglich wuchtig-glatte, verschiebbare Wände in den hohen Raum gestellt.

In so leeren architektonischen Verhältnissen konnte Regisseur Jan Schmidt-Garre umso schlüssiger die «Lyrische Komödie» in eine vitale, doch nüchterne Spielanordnung bringen. Von Biedermeier keine Spur – erst recht nicht im Musizieren des Gewandhausorchesters, dem Leipzigs GMD und Intendant Ulf Schirmer hochwertige Klangfarben und oft überzogene Lautstärken entlockte.

Schmidt-Garre ist im Opernmetier Quereinsteiger. Er kommt nicht vom Schauspiel oder den bildenden Künsten, er hat sich früh dem Musikfilm verschrieben. Münchner des Jahrgangs 1962, hatte Schmidt-Garre Philosophie studiert, bevor er als Assistent bei Rudolf Noelte, Joachim Herz oder Harry Kupfer Erfahrungen sammeln konnte. Dann ging er in München bei Sergiu Celibidache ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Wolfgang Schreiber