Apropos ... Elektra

Hochdramatische Soprane sind selten. Catherine Foster ist derzeit eine der erfolgreichsten Vertreterinnen dieses Fachs: Als Turandot und Abigaille, vor allem aber als Brünnhilde erobert die Britin gerade die großen Opernbühnen. Dennoch ist sie bisher ihrem Stammhaus, dem deutschen Nationaltheater Weimar, treu geblieben und wird dort jetzt auch ihre erste Elektra singen. Premiere der Inszenierung von Stephan Märki ist am 27. Februar.

Frau Foster, vor acht Jahren haben Sie noch Mimì gesungen, jetzt sind Sie schon bei Elektra angelangt. Macht Ihnen dieses Tempo Angst?
Nein, ich glaube, dass ich ein ganz gutes Gefühl dafür habe, was für mich richtig ist. Der große Schritt war für mich die Brünnhilde. Da habe ich sehr lange überlegt, ob ich das machen sollte. Das liegt in der «Walküre» teilweise sehr tief, da muss ich aufpassen, dass ich nicht zu sehr drücke. Mit der Elektra war das einfacher, das ist eine hohe Partie, die mir toll in der Stimme liegt. Da sind schön viele hohe C’s drin.

Sie singen die Partie erst in Weimar, dann in der nächsten Spielzeit in Köln. Ist es für Sie wichtig, die Partie an einem kleinen Haus erst mal auszuprobieren?
Weimar ist gewissermaßen die Führerscheinprüfung, Köln dann das selbstständige Autofahren. Weimar bietet die Chance, eine Partie von Grund auf zu lernen – mit acht Wochen Proben, ohne Druck und mit Menschen, die ich kenne. Und wenn ich gastiere, muss ich meine Rollen einfach draufhaben.

Deshalb sind Sie auch immer noch hier im Ensemble, obwohl Sie ja gerade zur großen Karriere durchstarten?
Es passt einfach, und ich weiß, dass auf meine Wünsche Rücksicht genommen wird. So wie mit ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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