Apokalypse in Amerika

San Francisco: Wagner: Der Ring des Nibelungen

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In grünen Laborkitteln und mit Schutzbrillen bewehrt fummeln die Nornen hilflos an den Kabeln irgendeines Computernetzwerks herum; Gutrune lümmelt mit Hagen auf einem Bett und versucht, dem Fernseher mit einer kaputten Fernbedienung ein Bild zu entlocken; Brünnhilde hat zwei linke Füße und wird – in unförmigem Abendkleid wie eine Bauersfrau wirkend, die sich für den Gouverneursball aufgetakelt hat – von Gunther in einen Saal aus Glas und Stahl geschleppt; die Rheintöchter erwarten Siegfried in einer von Plastik-Wasserflaschen überquellenden Schlucht; zur Schlusskadenz pflanzt ein k

leines Mädchen einen Baum. Solcherart sind die Bilder, die Francesca Zambellos neue «Götterdämmerung» prägen. Ganze sechs Spielzeiten hat es gedauert, bis Zambellos «Ring», als Kooperation zwischen Ost- und Westküste angelegt, vollendet war. Das Ergebnis indes wirkt, als hätte man ihn in sechs Wochen zusammengeschustert: hölzern die Personenregie, Ensemblekultur nur andeutungsweise erkennbar, die Löcher in der Handlung mit massenhaft Bühnennebel und Videomaterial gestopft.

Von Aufschüben, Personalwechseln und finanziellen Engpässen gebeutelt, hatte die Washington National Opera das Projekt 2006 mit dem ...

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Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Matthew Gurewitsch

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