Anspruch auf Teilhabe
Es ist ein Glücksfall für Adrienne Goehler, die Herausgeberin dieses Buches, dass das bedingungslose Grundeinkommen (kurz: BGE) in der derzeitigen ökonomischen Situation wieder mehr diskutiert wird. Dabei hat Goehler auch sonst nie Scheu gezeigt, über Dinge zu sprechen, die gerade nicht auf der Tagesordnung stehen, und häufig wählt sie dabei einen Ansatz, den andere etwas schräg finden. Grenzüberschreitungen, «Verflüssigungen», wie sie selbst gern sagt (es ist auch der Titel eines ihrer früheren Bücher), sind ihr Element.
Goehler setzt gern Sachverhalte aus unterschiedlichen Disziplinen zueinander in Beziehung und mag experimentelles, unabgeschlossenes Denken.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist eines ihrer Dauerthemen; sie hat schon zwei Bücher darüber verfasst, eines davon zusammen mit Götz Werner, dem Eigentümer der Drogeriemarktkette dm. Im Gegensatz zu den meisten Autoren, die über das Thema schreiben, geht Goehler nicht primär vom Ökonomischen aus, sondern wählt einen kulturgesellschaftlichen Blickwinkel. Das Milieu kennt sie gut, sie war Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg sowie Kultur- und Wissenschaftssenatorin in Berlin unter Klaus Wowereit. Die ...
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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Focus Spezial, Seite 20
von Ilja Braun
Man ist versucht, Orff und sein Musiktheater für eine rein deutsche Angelegenheit zu halten, gäbe es da nicht den Welterfolg der «Carmina Burana». Im Unterschied zu anderen populären Werken der Moderne begegnet man diesem Chorwerk nicht nur im Konzertsaal, sondern auf Freilichtbühnen, Marktplätzen, Sportstadien – und das rund um den Globus. Mit ihrem vitalistischen...
alpha
04.07. – 21:10 Uhr
Kathedralen der Kultur: Die Berliner Philharmonie
Anfang der 1960er-Jahre standen sich am Potsdamer Platz zwei Bauwerke als konkurrierende Visionen für die Zukunft gegenüber: die Berliner Philharmonie und die Berliner Mauer. Die Philharmonie galt als Zeichen der Offenheit und des Aufbruchs, die Berliner Mauer als Symbol der Angst und...
Der Satz ist Legende. Vielfach zitiert, je nach Kontext in dieser oder jener Weise gedeutet, von Dialektikern aufgrund seiner Wandelbarkeit hochgeschätzt. Und vielleicht hatte sein Autor genau dergleichen im Sinn, als er im 15. seiner Briefe «Über die ästhetische Erziehung des Menschen» diese kunstvolle Formulierung zu Papier brachte: «Der Mensch spielt nur, wo er...
