Angie schützt die Ehe

Antwerpen/Gent, Wagner: Die Walküre

Die Vlaamse Opera hat sich das Ziel nicht nur eines modernen, sondern eines zeitgemäßen «Rings» gesetzt. Und das laut Jahresprogramm gleich in dreierlei Hinsicht. Einmal in der Regie von Ivo van Hove, dann durch das Engagement schlanker, junger Stimmen, schließlich mit einem analytisch-entschlackten Orchesterklang. Zumindest hinsichtlich der ersten beiden Punkte ist das in der «Walküre» gelungen. Man darf sich den ersten Tag dieses «Rings» nicht als irgendeine Theaterproduktion vorstellen: Auch für das Doppelinstitut Antwerpen/Gent ist 2006/07 eine Saison angespannter Finanzen.

Das Antwerpener Haus feiert sein hundertjähriges Bestehen – und hat noch die Pforten geschlossen, um die Bühnentechnik, Werkstätten und Bestuhlung zu sanieren. Gleichzeitig wurde der öffentliche Zuschuss dezimiert. Regieteams und Besetzungen der Opernproduktionen sprechen dafür, dass die Qualität vorerst nicht leiden wird. Vieles wird dem schmaler gewordenen Budget durch Kooperationen (von den Schwetzinger Festspielen bis zur Mailänder Scala) abgetrotzt. Ein zentraler Punkt des Spielplans ist die konsequente Hinwendung zu jüngerem Publikum: Eine ganz auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen «Zauberflöte» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2007
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus dem Fundus

Warum Düsseldorfs Opernchef Tobias Richter als letzte Neuproduktion für die räumlich beengte Ausweichspielstätte RheinOperMobil ausgerechnet Charles Gounods «Faust» auf den Spielplan setzte, bleibt auch nach Besichtigung des musikalisch-szenischen Ergebnisses eine offene Frage. Nicht die frühe Dialogfassung von 1859 wird gespielt, sondern die erheblich erweiterte,...

Reigen

Fast siebzig Jahre hatte es nach der Züricher Urauffüh­rung gedauert, bis Alban Bergs «Lulu» 1986 erstmals in Regensburg zu erleben war. Wiederum einundzwanzig Jahre später kam jetzt die zweite Inszenierung heraus. Intendant Ernö Weil realisierte die zweiaktige Fassung in der stimmigen Ausstattung von Daniel Dvorák, besetzt mit hauseigenen Kräften. Dass die...

Cilea: Adriana ­Lecouvreur

Mirella Freni, Margaret Price, Renata Tebaldi und, natürlich, Magda Olivero – nahezu untrennbar ist «Adriana Lecouv­reur» mit den großen Sängerinnen des Jahrhunderts verknüpft. Francesco Cile­as Schauspielerinnentragödie ist das Divenstück par excellence, und wenn ein Theater die «Adriana» auf den Spielplan setzt, dann eigentlich nur, weil es damit einer Primadonna...