Am Kern vorbei

Beethoven: Fidelio
GLYNDEBOURNE | AUTUMN 2021 TOUR

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Der Plan war stimmig: Pünktlich zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wollte Glyndebourne im vergangenen Jahr eine Neuinszenierung von dessen einziger Oper «Fidelio» herausbringen – in der Regie von Frederic Wake-Walker, dirigiert von Festivaldirektor Robin Ticciati. Doch daraus wurde aus hinlänglich bekannten Gründen nichts. Nun, ein Jahr später, bildete die Produktion – allerdings mit einem neuen Cast und einem anderen Dirigenten – die Eröffnung des Herbstfestivals.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Stücken, die bei dieser Gelegenheit als Wiederaufnahmen präsentiert wurden – Gaetano Donizettis «Don Pasquale» und Igor Strawinskys «The Rake’s Progress» – zeigte man «Fidelio» jedoch nur in Glyndebourne selbst.

Wake-Walkers Regiearbeit mutet an wie eine substanziell-bildmächtige Rückbesinnung auf das Original, allerdings mit einem zentralen Unterschied: Bis auf ein, zwei Ausnahmen sind die originalen Dialoge durch einen englischsprachigen Text ersetzt, den der Regisseur gemeinsam mit seinem Assistenten Peter Cant und Gertrude Thoma, der Darstellerin der (als Figur hinzuerfundenen) «Estella», verfasst hat. Meist sitzt diese Estella am Rand der riesigen, käfigartigen Bühne (Anna ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 52
von George Hall

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