Alte Meister

Sechs neu aufgelegte Recitals erinnern an Größen des Liedgesangs

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Hans Hotter (1909-2003), für eine Dekade der bestimmende Heldenbariton im Nachkriegs-Bayreuth, war von Anbeginn seiner Karriere auch ein herausragender Liedinterpret, wie seine zahlreichen Beiträge zu der legendären Liededition des Pianisten Michael Raucheisen belegen. 1973, da war er schon 64 Jahre alt und nur noch gelegentlich auf der Opernbühne aktiv, wollte er es noch einmal wissen und nahm für Decca zwei Lied-Recitals auf, die allerdings wohl nur für seine Verehrer unverzichtbar sind.

Um ein künstlerisches Testament handelt es sich hier nicht, die meisten Lieder liegen in früheren und besseren Aufnahmen des Sängers vor. Die Tongebung ist hier oft nasal, die Artikulation der Texte hat etwas Mümmelndes. Am ehesten überzeugen einige Titel von Brahms und Richard Strauss, am wenigsten die Lieder von Hugo Wolf. Eine reine Freude ist die Begleitung von Geoffrey Parsons, der die stilistischen Eigenarten der Komponisten genau trifft.

Auf dem Gebiet des Kunstliedes ist der Name des Baritons Hermann Prey (1929-98) vor allem mit dem Werk Franz Schuberts verbunden, dem er in späteren Jahren als Künstler und Manager auch eigene Festivals in Bad Hohenems und Wien ausrichtete. Was für ein ...

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Opernwelt April 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Ekkehard Pluta

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