Allein im Licht

Szenisch sehr ansprechend, musikalisch exklusiv: Wagners «Lohengrin» an der Bayerischen Staatsoper

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Für einen Moment glaubt man, alles hätte auch eine andere Abzweigung nehmen können, ohne Schwan, Gottfried und Gralserzählung. Immer wieder werden Kerle an die Rampe geschoben – Zwangsfreiwillige als Stellvertreter Elsas im Kampf gegen den Ankläger Telramund. Doch mit Händen und Füßen wehren sie sich erfolgreich und lenken, ein Regiekniff, dabei vom rechten Bühnenrand ab. Dort hat sich der Titelheld in Gestalt von Klaus Florian Vogt unter die Menge gemischt und tritt plötzlich ins Licht. 

Lohengrin als einer von uns.

Kein außerirdischer Gesandter, sondern ein mitten ins Geschehen Hineinkatapultierter – das gleicht gewiss nicht der Erfindung des Rads. So wie auch anderes in dieser Neuproduktion der Bayerischen Staatsoper. Den mystischen Teich in der Bühnenmitte kennt man von Keith Warners Bayreuther Lösung. Und das Konzept «Wir erzählen uns eine Geschichte aus unserer Mitte» wollte einst Andreas Kriegenburg für den Münchner «Ring» realisieren – um sich allerdings schon nach dem «Rheingold» untreu zu werden. Auch das gesamte Setting dieses «Lohengrin», ein Laborkasten (Bühne: Monika Pormale), in dem zum Vorspiel dumpf über Auswege aus einer undefinierten Zwangslage gebrütet wird, ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Markus Thiel

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