Wohlklang im Bunker

Benjamin: Written on Skin Bonn / Theater

Bernhard Helmich will es durchaus als Bekenntnis verstanden wissen, dass er zum Auftakt seiner Amtszeit als Generalintendant am Bonner Theater eine Oper auf den Spielplan setzt, die gerade mal ein Jahr alt ist: «Written on Skin» von George Benjamin. Das wirkt im Nachhinein zwar nicht mehr ganz so mutig, denn Benjamins Oper hat seit ihrer bejubelten Uraufführung 2012 in Aix-en-Provence einen wahren Triumphzug angetreten; doch Helmich hatte das Stück noch vor der Uraufführung «blind» eingekauft, also bewusst ein Risiko einkalkuliert.

Außerdem gilt das Bonner Opernpublikum als ziemlich konservativ. Auf diese Weise holt Helmich die Neue Musik, die nach der stillschweigenden Beerdigung der verdienstvollen Avantgarde-Reihe «bonn chance!» aus der Bundesstadt zu verschwinden drohte, sozusagen durch die Vordertür wieder herein. «Sogar mit Pauken und Trompeten!», sagt der Theatermann, der zuvor in Chemnitz Intendant war.

«Written on Skin» hat sich in seinem einjährigen Repertoireleben als mehrheitsfähig erwiesen, was einem zeitgenössischen Opus nicht eben häufig glückt, doch in diesem Fall kein Zufall oder Ausweis gewandelter Hörgewohnheiten, sondern geschicktes Kalkül ist. Denn Benjamins ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller