389 Millionen

Aber sicher ist das noch nicht: Seit sechs Jahren wartet Berlins Staatsoper auf die Rückkehr in den Knobelsdorff-Bau Unter den Linden

Dass die Berliner Lindenoper und das Theaterensemble am Kölner Offenbachplatz dringend saniert werden mussten, steht außer Frage. Eine neue Konzerthalle für Hamburg – auch sie war überfällig. Und niemand wird ­bestreiten, dass es bei den maroden Gebäuden der Städtischen Bühnen in Frankfurt und Augsburg akuten Handlungsbedarf gibt. Wenn diesmal vorwiegend Kulturbaustellen als «Ärgernis des Jahres» genannt werden, so zielt der Unmut auf die fahrlässige Planung und Steuerung solcher Großprojekte. Die Folge: Chaos und explodierende Kosten.

Wir dokumentieren die eklatantesten Problemfälle: Staatsoper Berlin, Oper Köln und Elbphilharmonie Hamburg. Stationen einer Chronique scandaleuse. 

 

Kurz nach der Jahrtausendwende wird der Staatsoper fast die Betriebserlaubnis entzogen – wegen drastischer baulicher Mängel. Ein Gutachten des TÜV kommt zu dem Ergebnis, dass bestimmte Teile der Bühnentechnik nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Ein Hubpodium war unerwartet in die Tiefe gefahren. Zum Glück stand niemand auf der Bühne. Einen Tag später wäre der Männerchor im «Tannhäuser» mit hinabgerauscht. Die Folge: Einige Aufführungen können teilweise nur konzertant stattfinden. Hermann-Josef Pohlmann ...

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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Chronique scandaleuse, Seite 56
von Kerstin Krupp

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