Song Contest statt Sängerkrieg
Vielleicht ist ja die Fragestellung mittlerweile gänzlich obsolet geworden. Vielleicht gibt es den von der Gesellschaft verkannten, geächteten Künstler als Rebell, als Avantgardist gar nicht mehr. So, wie ihn Richard Wagner mit seiner Figur des Tannhäuser beschreibt. Zumal in Zeiten, in denen die Mechanismen des Marktes das kulturelle Geschehen dominieren: Pop ist überall. Dann wäre jede Inszenierung dieser schwierigen, Wagner selbst nie zufriedenstellenden Oper, museal. So wie die Harry Kupfers an der Zürcher Oper.
Fünfmal hat sich der nunmehr 75-jährige Altmeister des Regietheaters mit Wagners «großer romantischer Oper» auf der Bühne auseinandergesetzt, aber so etwas wie ein Opus summum ist aus seiner vorerst letzten Interpretation nicht geworden. Eher eine, leider sehr oberflächliche, Bilanz seiner Sichtweisen auf diese Künstleroper. Man steigt in Zürich in eine Zeitmaschine ein: Wenn sich der Vorhang zum «Bacchanale» öffnet, hat man es wieder vor Augen, Kupfers Theater der 1980er Jahre, in der Bildästhetik seines langjährigen Bühnenbildners Hans Schavernoch. Viel Technik, viel Kunststoff, rotierende, und dabei unangenehm knarzende, irgendwo und irgendwie futuristisch wirkende ...
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Man muss ihn wohl als Lebenskünstler bezeichnen. Wilfried Hiller hat nie mit seiner Energie und Fantasie gegeizt. Wahrscheinlich ist ihm gerade deswegen immer neue zugewachsen. Ein ganzes Berufsleben lang, von 1971 bis 2006, war er Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk, hat dort über 21 000 Stunden Programm zusammengestellt und viel bewirkt in Sachen Neue Musik...
Die Seiten wechseln. Wach bleiben. Immer wieder aufbrechen. Auf die innere Stimme hören. Nur tun, was man für richtig hält – egal, was den Musikmanagern und Mark(e)t(ing)experten dieser Welt gerade opportun erscheint. So hat es Anne Sofie von Otter immer gehalten. Seit drei Jahrzehnten ist die schwedische Mezzosopranistin im Geschäft, Anfang Mai wird sie ihren 56....
Auf seinen Humor können sich alle einigen. Auf seine Pointen ist Verlass. Damals, als er die reizenden Wesen mit den Knollennasen in die Welt setzte, wie heute, da er sich,
87-jährig, längst zurückgezogen hat und als Legende seiner selbst vermarktet wird. Ein vornehmer Spaßmacher und sanfter Spötter. Ein weltweiser Beobachter des absurden Alltags, immer freundlich,...
