Tunnelblick

Letzte Premiere der Ära Ioan Holender: Claus Guth inszeniert an der Wiener Staatsoper Wagners «Tannhäuser»

’ll be back», der legendäre Ausspruch von Arnold Schwarzeneggers Terminator, war durchaus als Drohung gemeint, nicht nur im Rahmen der Story, sondern auch wegen der impliziten Ankündigung von Fortsetzungen. Die Gegner von Wiens streitbarem, stets polarisierendem und nun scheidendem Staatsoperndirektor Ioan Holender könnten Ähnliches befürchten – lautet der Titel seines neuen Buches doch «Ich bin noch nicht fertig». So geht das Gerücht, dass Holender als Nachfolger seines Nachfolgers zur Verfügung stünde, sollte es mit der neuen Direktion aus irgendwelchen Gründen nicht klappen.

Er selbst weist dies vehement von sich; er sei einer, der geht, weil er gehen wolle, «im Unterschied zu manchem meiner Vorgänger».

Der gewiefte Pragmatiker leitete das Haus länger als jeder andere, und er hat es wirtschaftlich erfolgreich auch durch schwierige Zeiten geführt. Den Ruch eines Verhinderers neuer Theaterästhetik ist er in den zwei Jahrzehnten seiner Dienstzeit freilich nie losgeworden, obwohl bei ihm beinahe alles inszenierte, was unter dem Überbegriff «Regietheater» Rang und Namen hat. Doch schienen die Ergebnisse meist merkwürdig zahm – was möglicherweise einer Lähmung gegenüber dem ...

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Opernwelt August 2010
Rubrik: Im Fokus, Seite 10
von Gerhard Persché

Vergriffen
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