Wagner: Das Rheingold
Es ist noch kein Menschenalter her, da hielt man es in Bayreuth hochnäsig für ein Wagnis, wenn das Städtebundtheater Hof eine Oper stemmte. Inzwischen sind die Hofer bei Richard Wagner angekommen – und zwar achtbar. Intendant Uwe Drechsel lässt das «Rheingold» mit zeitgemäß scheinenden Videosequenzen beginnen, doch inhaltlich lernt man bei Wassertropfen in Zeitlupe und sich öffnenden und wieder schließenden Blütenkelchen nichts dazu. Die Harmlosigkeit dieser Bilder setzt sich fort im bewegungsfeindlichen Bühnenbild von Rudolf Rischer.
Die Rheintöchter tänzeln so beziehungslos zwischen Gazevorhängen und ein paar angedeuteten zackigen Pappfelsen herum, dass niemand – auch nicht ein sängerdarstellerisch prägnanter Alberich wie Jürgen Schultz – deshalb elementar fluchen müsste.
Auch in der Folge bleibt vieles in arg konventionellen Bahnen, erst in der freien Gegend auf Bergeshöhen und in Nibelheim schafft es der Regisseur, mit seinen durchwegs spielfreudigen Solisten glaubhafte Figuren und Beziehungen herzustellen. Gastsänger Renatus Mészár ist ein kraftstrotzend-junger Wotan, der seine First Lady Fricka offenbar mit der eigenen Schwester betrügt und ohne Freias Äpfel auf Heroin ...
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