Aufgemotzte Kost
Die Geschichte um das Konzert im Jahre 1995 ist besser als der Abend selbst. Llangollen in der Grafschaft Denbighshire im Nordosten von Wales – kaum einer kennt dieses Örtchen. Für Fernando Pavarotti bekam es allerdings eine immense Bedeutung und auch für seinen damals 19-jährigen Sohn Luciano. Beide nahmen 1955 als Mitglieder der Società Corale Gioachino Rossini an einem Chorwettbewerb teil. Und gewannen, für alle überraschend. Die Beiträge: «Bonjour mon cœur» von Orlando di Lasso und «In nomine Jesu» von Jacobus Gallus.
Ausgesprochen schön klang das, mit feinen hohen Tenorstimmen, die Pavarottis waren darunter. Man kann den historischen Mitschnitt nachhören auf einer prachtvollen Edition mit zwei CDs plus Bildband im Vinyl-Format.
Zum 90. Geburtstag von Luciano Pavarotti ist all dies erschienen. Ein typisches Jubiläumsprojekt, noch heute kann sein ewiges Plattenlabel mit dem Wundermann Geld verdienen. Der kehrte 40 Jahre nach seinem Chortriumph zurück nach Llangollen und beschenkte das Open-Air-Publikum mit einem Schlagerprogramm. Noch nie wurde dieses Spektakel auf Platte gepresst, «The lost Concert» ist daher der passende (und etwas hochtrabende) Titel. Der damals 59-Jährige ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 40
von Markus Thiel
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