Treffen sich zwei
Ein Ast wird abgesägt, fällt raschelnd vor dem Vorhang nieder, noch bevor die Pauken und Fagotte der Dortmunder Philharmoniker in Mimes Höhle entführen. So war es bereits im vergangenen Jahr bei der «Walküre» an der Oper Dortmund, so könnte es werden im kommenden Jahr beim «Rheingold».
Die Weltesche ist immer schon angetastet, das Verhältnis des Menschen zur Natur prekär in der «letzte(n) umfassende(n) Geschichte vom Abendland, also unserer europäischen Zivilisation», wie Peter Konwitschny im Programmheft-Gespräch mit seiner Dramaturgin Bettina Bartz den «Ring des Nibelungen» nennt. Dass die Geschichte aus Wagners Musik geboren wird, das werden am Ende des «Siegfried» sechs Harfenistinnen auf dem Proszenium zeigen – sie saßen dort auch am Schluss der «Walküre».
Dabei ist Konwitschny laut eigener Aussage an Einheit nicht sonderlich gelegen, wenn er die letzte Geschichte nun zum ersten Mal vollständig erzählt. Das ist er sich schon als Regisseur der legendären «Götterdämmerung» aus dem Stuttgarter Vier-Regisseure-«Ring» schuldig, die 2025 in einem identischen Re-Staging den Dortmunder Zyklus beschließen soll. Dort arbeitet Konwitschny mit vier unterschiedlichen Bühnenbildnern ...
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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael Stallknecht
JUBILARE
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Als «einziger Elefant» wollte sie nicht übrigbleiben, erklärte sie vor einigen Jahren in einem Interview. Es habe einfach keine Kollegen mehr «auf diesem Niveau» gegeben. So begründete Grace Bumbry ihren Rückzug von der Bühne: selbstbewusst, direkt, vielleicht eine Spur divenhaft. Vor allem aber angstfrei. Eine Haltung, mit der sie sich einst auch gegenüber Herbert...
Es ist einer dieser milden Frühlingstage, früher Abend. Im Dreieck zwischen der Avenida Canarias, dem Calvo Sotelo und der Calle Lentini am Rande des Barrio Histórico Triana fließt der Verkehr träge und entspannt dahin. Dominiert wird das Bild von den gelben Bussen, die sich an der Küstenstraße aufreihen und die letzten Strandgäste einsammeln. Vom Atlantik weht...
