Fight Club
Als US-Präsident Richard Nixon 1972 nach China reiste und eine lange Eiszeit zwischen beiden Staaten mindestens kräftig erwärmte, besuchten er und seine Gattin Pat unter anderem eine Vorführung in einer Turnhalle. Das kommunistische Land und sein «Überragender Führer» Mao Tse-tung wollten die amerikanischen Gäste auch mit einer Leistungsschau in Sachen Gymnastik, Badminton und Tischtennis überwältigen.
Die Bilder davon im aufwändig gestalteten Programmheft des Theaters Koblenz sehen nicht viel anders aus als der Spielort für John Adams’ «Nixon in China»: die CGM-Arena in einem Sportpark in der Koblenzer Vorstadt. Auf dem Spielfeld hat Bühnenbildner Christian Binz rechts das potenzielle Siegertreppchen für die Chinesen errichtet, links das für die Amerikaner. In einer Fankurve findet das hiesige westliche Publikum seine Plätze, in der anderen reihen sich unter Maos Porträt endlose graue Pappkameraden, aus denen, im ebenso grauen Mao-Anzug, der Chor hervortritt. «Dichtung hautnah an der Wahrheit», wie sie John Adams für eine Oper wollte, die Realität dokumentiert und zugleich ins Surreale entgleiten lässt. In der Inszenierung des Koblenzer Intendanten Markus Dietze verschwimmen denn ...
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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Michael Stallknecht
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Ich weine nicht viel in der Oper, das ist abhängig vom Stück und von den Sängern. Wenn sie mit wahren Emotionen und aus ihrer tiefsten Seele singen, kann ich weinen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Auf jeden Fall in Südafrika, in meiner Heimatstadt Kroonstad oder Bloemfontein, weil es die Hauptstadt unserer Region ist.
Am wirkungsvollsten kommt der Chor zum Einsatz. Am Anfang ist die Menschenmenge das Meer selbst, ein schemenhaftes, ruhiges, aber unerbittliches Meer. Es schwappt im Halb-, im Dreivierteldunkel näher an den Bühnenrand, schwappt wieder zurück und speit schließlich Peter Grimes aus, der doch einer von ihnen ist, ein Mensch wie die anderen auch, der in der...
Seit 70 Jahren verwandelt sich das beschauliche Bergen für zwei Wochen in einen brodelnden Schmelztiegel aus Kunst, Kultur, Musik, Theater und Tanz. Bei der Jubiläumsausgabe des Bergen International Festival stand jetzt die Sopranistin Lise Davidsen im Mittelpunkt: mit ihrem Rollendebüt als Tosca und als Artist in Residence.
Für eine konzertante Opernaufführung ist...
