Stehfilmtheater
Stellen wir (uns) vor: drei Gefühlskraftwerke, erbaut von ein und demselben Architekten. Jedes davon ein Kleinod, schimmernd und schillernd, jedoch in unterschiedlichen Farben – mal burlesk-parodistisch, mal surreal-mystisch verschattet, mal abgrundtief düster.
Die Frage ist nur: Verbindet ein unterirdischer Gang die drei unterschiedlich temperierten Einakter von Puccinis «Trittico»? Gibt es einen Topos, der sich auf alle drei Stücke anwenden ließe, abgesehen von der Tatsache, dass der Tod sowohl in «Il tabarro» und «Suor Angelica» als auch, dort aber in kapriziös-grotesker Verkleidung, in «Gianni Schicchi» die federführende Rolle übernimmt?
Axel Ranisch beantwortet in Hamburg die Frage insofern, als dass er sie durch einen Schachzug zu umgehen sucht: Der Regisseur dichtet einfach eine Figur hinzu. Chiara de Tanti heißt die (fiktive) Dame, ist eine soeben verstorbene prominente Filmschauspielerin, die in diversen, auf eine bühnengroße Leinwand projizierten Interviews (mit realen Schauspielerinnen und Schauspielern, die wiederum Personen zu sein vorgeben, die mit der Diva in irgendeiner Weise verbandelt waren) vorgestellt wird als eine Frau, der vom Schicksal übel mitgespielt ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Jürgen Otten
Andreas Homoki als einer, der aufräumt mit hergebrachten Deutungsmethoden zu Richard Wagners «Ring des Nibelungen»? Der Gedanke greift hoch, vielleicht zu hoch, abwegig ist er nicht. Je weiter der neue Zürcher «Ring» gedeiht, desto deutlicher wird, wie gut Homokis Konzept aufgeht – die Maxime nämlich, nicht eine weitere Auslegung der Tetralogie auf die Bühne zu...
Orpheus leidet mächtig. Der Styx besudelt ihn aus drei Eimern mit Wasser, Erde und Blut. Eurydike erweist sich als ebenso zickig wie begriffsstutzig, während Amor sein Vexierspiel treibt und das Liebespaar zurückpfeift, wenn ihm etwas nicht passt. Dieser schelmische Cupido bedient sich tatsächlich einer Trillerpfeife, mit der er auch gern die Musik zerschneidet....
VORSCHAU
Intensität
Seine Anfänge liegen im Männergesangsverein Neu-Listernohl (Westfalen). Seit Jahren aber sind die großen Bühnen der Musiktheaterwelt sein Zuhause. Dort reüssierte Georg Zeppenfeld zunächst mit Mozart und Verdi, bevor er zu einem der wichtigsten Wagner-Bässe unserer Zeit wurde. Ein Interview
Innovation
Sie ist eine Grenzgängerin, eine...
