Brünnhilde aus Båstad
Der Stall ist dreigeteilt: An den beiden Enden stehen die gemauerten Boxen für die Schweine, in der Mitte hingegen findet das Rindvieh ausreichend Platz und Futtertröge. Tagsüber weidet es auf den grünsaftigen Wiesen, die sich über jene sanft-hügelige Landschaft auf der südschwedischen Bjäre-Halbinsel erstrecken, der die Touristiker des 21. Jahrhunderts den Vergleich mit der italienischen Riviera zumuten.
Das Bild vermag die Schönheit dieser Landschaft kaum hinlänglich zu beschreiben.
Denn das Birgit-Nilsson-Land verströmt im Spätsommer jenen Odem des Ursprünglichen, der im Strandtrubel der konform konfektionierten südeuropäischen Sonnenschirm-Batterien keine angemessene Entsprechung findet. Hochsensibel wurde hier die Kleinbauernidylle in ein Urlaubsparadies für Wanderer und Radler gewandelt. Hofläden demonstrieren mit den Früchten und den kleinen Kirschkartoffeln der Region, dass eine ökologische Landwirtschaft durchaus eine ökonomische Chance hat. Auf dem Bauernhof, den Birgit Nilssons Vorväter bis zu ihrem Vater über Generationen weitervererbten, wäre das jetzt nicht anders, hätte das einzige Kind von Nils Svensson nicht einen anderen Weg eingeschlagen. Denn die Bauerntochter ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Peter Krause
Etwas ist anders als sonst. Genauer: eine Figur, die das Stück gar nicht vorsieht. In wallendem Gewand schwebt der holde Knabe im lockigen Haar (Felix Hennig) über die Bühne und um die Figuren herum, immer eine oder mehrere Puppen in den Händen, den Blick mit hingebungsvoller Zärtlichkeit auf die Protagonisten gerichtet. Ein Engel mit weißen Flügeln, der nicht nur...
Der Anfang ist witzig. Aus einem Bühnenloch klettern Fatty und Dreieinigkeitsmoses heraus auf die schwarz glänzende, leere Fläche, doch nicht als gewöhnliche Ganoven. Jens Larsen trägt den Talar eines salbadernden protestantischen Pfarrers, Ivan Turšić gibt, sehr pointiert, einen jüdischen Rabbi. In den Händen halten sie ihre Gebetsbücher, aber nicht allzu fest....
Seit März 2020 bestimmt das Wort «eigentlich» die Bühnengegenwart. Eigentlich sollte damals in Saarbrücken der neue «Ring» in der Inszenierung, dem Bühnenbild und den Kostümen von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka starten. Die Proben zum «Rheingold» waren weit gediehen. Was folgte, ist bekannt. Am 18. September 2022 soll nun Premiere sein. Zum Start der...
