Das Spiel der Mächtigen
Nach der kurzen und von wenig Fortune begleiteten Ära Katia Ricciarellis verantwortet seit 2006 Pier Luigi Pizzi als künstlerischer Direktor die Geschicke des traditionsreichen Opernfestivals im mittelitalienischen Macerata. Pizzi, als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner seit Jahrzehnten auf den wichtigsten europäischen Opernbühnen präsent, gelang gemeinsam mit dem Trägerverein der Festspiele, der Associazione Arena Sferisterio, seit seinem Amtsantritt ein beeindruckender Neuanfang auf der vielleicht schönsten Freilichtbühne Italiens.
Unter dem Motto «Il gioco dei potenti» (Das Spiel der Mächtigen) wurde seine zweite Spielzeit zu einem gelungenen und teilweise erschütternden Parcours durch die Abgründe menschlicher Leidenschaften. Bellinis «Norma», Verdis «Macbeth» und Donizettis «Maria Stuarda» standen auf dem Programm, dazu wurde im Teatro Lauro Rossi Flavio Testis Oper «Saül» szenisch uraufgeführt. Die Bühne des Sferisterio ist mit ihren monströsen Maßen von 100 Metern Breite bei gerade 15 Metern Tiefe seit jeher eine Herausforderung für die in Macerata verpflichteten Künstler.
Auch Massimo Gasparon, Regisseur der «Norma», langjähriger Assistent von Pier Luigi Pizzi und wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Programm der Salzburger Festspiele firmiert in diesem Jahr unter dem Titel «Die Nachtseite der Vernunft». Nach dem hellen Mozart-Reigen des vergangenen Sommers tauchte man in die dunklen Abgründe menschlicher Existenz. Zu dieser gehören auch Trivialitäten, zum Beispiel Absagen. Die Salzburger Festspiele, erstmals geleitet von Jürgen Flimm, erlebten eine...
Gegendarstellung
In Jürgen Ottens Rezension in der «Opernwelt» 48. Jahrgang Nr. 07, Seite 53, heißt es unter der Überschrift «Neustrelitz Wagner: Der fliegende Holländer»: «Auch Paul McNamaras Erik drückt dermaßen stürmisch auf die Stimme, dass man sich Sorgen machen muss um seinen (allerdings wohltuend textverständlichen) Tenor.»
Dazu ist richtigzustellen:
Paul...
Die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die Wolfgang Gönnenwein mehr als drei Jahrzehnte nach spätabsolutistischer Gutsherrenart geführt hatte, kommen nicht zur Ruhe. Der Vertrag mit dem Nürnberger Generalintendanten Wulf Konold, seit 2003 Künstlerischer Leiter des als «Internationale Festspiele Baden-Württemberg» firmierenden Festivals, wurde vom Aufsichtsrat nur um...
