Editorial

Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen hatte. Das Kulturzentrum Radialsystem am Ostbahnhof war überfüllt, zwischen 700 und 800 Gäste werden es wohl gewesen sein.

Wie stabil ist die wirtschaftliche Zukunft der drei Opernhäuser? Können, sollen, müssen wir damit leben, dass im Schnitt pro Abend 1500 Plätze leer bleiben in Berlin? Ist die ästhetische Vielfalt groß und kontrastreich genug, um den finanziellen Aufwand zu rechtfertigen? Wie könnten Projekte (nicht nur Spielpläne) aussehen, die Berlin als Ereignisraum mit besonderen Chancen aber eben auch besonderen Herausforderungen begreifen und nutzen? Solche Fragen treiben viele Menschen um – nicht nur diejenigen, deren Arbeitsplatz davon abhängt.
Auf dem Podium, neben den drei Berliner Opernchefs: Klaus Zehelein, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, und Gerard Mortier, der aus Paris weiß, was es heißt, wenn ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2009
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gleißende Düsternis

Da sitzt er nun am Lido in Venedig, so steif wie sein Anzug, und quält sich mit Selbstzweifeln, während die anderen dem bunten Strandtreiben nachgehen. Dichterfürst Gustav von Aschenbach ist vor einer Schaffenskrise nach Italien geflohen, aber seine Lebenslüge holt ihn unbarmherzig ein, und seine unterdrückten Triebe geraten in einen letztlich tödlichen Konflikt...

Aus einem Guss

«Was für ein abscheulicher Stoff, nicht ein gutes oder edles Gefühl darin!» So charakterisierte Alexander Puschkin die Geschichte vom ukrainischen Kosaken-Hetman Iwan Mazeppa, die zur Grundlage seines großen Versepos «Poltawa» wurde. In der Tat: Mazeppa, der schon zur Zeit Peters des Großen eine unabhängige Ukraine anstrebte, ist eine zwielichtige Figur. Im Großen...

Prophetische Partitur

In Zusammenhang mit Raritäten stellt sich häufig die Frage, ob ein Werk nicht vielleicht doch zu Recht unter den Teppich des Vergessens gekehrt wurde. Bei Francesco Bartolomeo Contis Tragicommedia in fünf Akten «Don Chisciotte in Sierra Morena» kann man dies klar verneinen. Die Produktion der «Musikwerkstatt Wien» im Semperdepot bringt eine vergnügliche Begegnung...