Body, electric
Riesenmedienrummel vor der Premiere: Das Künstlerkollektiv Gob Squad will einem Roboter Gefühle beibringen! Der Humanoid Myon ging dafür über zwei Jahre immer wieder mal für ein, zwei Tage bei diversen Abteilungen der Komischen Oper Berlin in die Lehre. Dafür ist Oper ja schließlich da, für die ganz großen Gefühle! Das Problem: Sie sehen ganz schnell ganz klein aus, wenn man die Lupe draufhält wie in «My Square Lady».
Während drüben im Sony Center am Potsdamer Platz die Europapremiere von «Terminator – Genisys» läuft, plaudert Gob Squad mit Ensemblemitgliedern über die Dinge, die das Menschsein halt so ausmachen, Liebe, Tod et cetera. Da wird allerhand Persönliches ausgepackt, Menschlich-Allzumenschliches. Und oft allzu Banales. Dazwischen Tophits aus der «Zauberflöte», «Traviata», «Carmen», «Orfeo ed Euridice», «Dido and Aeneas». Fast drei Stunden lang scharwenzeln alle um Myon herum. Und was hat der kleine Zyklop dabei gelernt? Wir fragen am nächsten Tag seinen Papa, den Neurorobotiker Manfred Hild. Die Antwort: Viel. Aber natürlich nicht gerade das, wovon in der Show die Rede ist. Myon kann nun außerhalb des Labors die Signalfarbe Rot erkennen, auch wenn die Beleuchtung ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Wiebke Roloff
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Man ist überwältigt. Von der Fülle, von der Akribie, von der Schönheit, von der Fantasie, aber eben auch von der Wandlungsfähigkeit. Das Universum des Bühnenmenschen Jürgen Rose umfasst nicht nur das Bild einer Szene vom ersten Nagel bis zur letzten Dessous-Naht, sondern längst auch die Regie, das Dirigieren von Menschen im Raum, das Erfinden von Konzepten. Es ist...
Alle müsste man sie zusammenspannen, diese Frauen. In einer Debattenrunde, wo sie sich austauschen könnten über ihre Männer, ihre Geliebten, Söhne oder Väter, mehr noch: über das enge, gefährliche Geflecht aus Tradition, Konvention, auch aus selbstverschuldeter Passivität. Insofern ist da eine illustre Runde bei den Münchner Opernfestspielen zusammengekommen. Und...
