«Wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe, ist mir nicht wohl!»
Die letzte gründliche Weber-Biografie, verfasst von dem englischen Musikkritiker John Warrack, erschien erstmals 1968. Inzwischen haben die Arbeiten an der neuen Gesamtausgabe unsere Kenntnis von Webers Leben und Werk um zahllose bislang unbekannte Quellen vermehrt. Die Schriften, Tage- und Kassenbücher und die Korrespondenz des Komponisten sowie weitere Dokumente aus seinem Umfeld sind auf der Homepage der Ausgabe erfasst. Zeit also für eine neue Gesamtdarstellung. Christoph Schwandt, der bereits mit Biografien von Bizet, Janácek und Verdi hervorgetreten ist, legt sie jetzt vor.
Schwandt breitet eine geradezu einschüchternde Faktenfülle aus, die Webers Leben in einer Dichte und Tiefe verfolgt, die überwältigt. Nichts scheint ihm entgangen zu sein, jede Spur wird verfolgt – von der Geburt in Eutin 1786 bis zum Tod des Schwindsüchtigen in London 1826. Licht fällt dabei vor allem auf den Theateralltag sowie auf die sozialen Verhältnisse, unter denen Musiker damals tätig waren. Als Sohn eines wandernden Theaterunternehmers wächst Weber gleichsam unterwegs und auf der Bühne auf, bleibt selten sesshaft, lernt frühzeitig die Entbehrungen kennen, hat aber auch das Glück, dass sein Talent ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Uwe Schweikert
Jubilare
Fiorenza Cossotto studierte am Konservatorium von Turin und setzte ihre Ausbildung an der Mailänder Scala fort, bevor sie dort 1957 bei der Uraufführung von Poulencs «Dialogues des Carmélites» in der Partie der Sœur Mathilde debütierte. Ein Jahr später folgte ihr internationales Operndebüt als Giovanna Seymour in Donizettis «Anna Bolena» beim Wexford...
Auch wenn jeder Opernfreund Cherubinis «Médée» in der Interpretation von Maria Callas kennt – man hat doch relativ selten die Gelegenheit, dem Werk auf der Bühne zu begegnen. Noch dazu in der französischen Originalfassung! Für ein kleines Theater wie in Ulm erfordert es Neugier und Mut, das auf den Spielplan zu setzen. Ungewohntes Repertoire verträgt, zumal in der...
Ein falscher Fuffziger, dieser Siegfried. Zwar erklärt er, «ihrem Manne gehorchte Brünnhild eine volle bräutliche Nacht», doch als Gutrune eifersüchtig zu bedenken gibt, dass er ja selbst in Gestalt dieses Mannes Gunther um die Walküre geworben hatte, antwortet er kryptisch: «So nah – war Brünnhild ihm fern». Banal gesagt: «Okay, Honey, ich hab mit ihr geschlafen –...
