Im Focus

Opernwelt - Logo

Es gibt Stücke, die gibt’s nicht wirklich auf den Spielplänen. Sie tauchen nur ab und zu dort auf, werden bestaunt, bewundert, befragt, befeuert und bisweilen auch belächelt. Dann verschwinden sie wieder – um später wieder aufzutauchen und bewundert und belächelt zu werden und wieder zu verschwinden. Man könnte sie Einzelgänger nennen, ohne dass sie deshalb gleich einen erratischen Charakter haben müssen. Oft, aber keineswegs immer, werden sie für bestimmte Sängerinnen und Sänger angesetzt: Ihr Wohl und Wehe hängt vom Niveau der Ausführenden ab.

Das ging in diesem Monat erstaunlich gut. Donizettis «Linda di Chamounix» ist so ein seltenes Stück und wurde in Barcelona von Diana Damrau und Juan Diego Flórez veredelt. In Stockholm sorgte Nina Stemme bei ihrem Rollendebüt als Mädchen aus dem Goldenen Westen für Furore. In Zürich dirigiert Ingo Metzmacher den «Palestrina» von Pfitzner so, wie man ihn noch nie hörte: als dehydrierte, moderne Klangwelt, deren Trümmer kein Leitmotiv, kein Kontrapunkt mehr kittet. Die gefährdete, weil von den Stadtvätern ungeliebte Oper Bonn besinnt sich nach dem Erfolg von «Irrelohe» auf Schrekers «Der ferne Klang». Das und mehr im Focus-Teil dieses ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 5
von

Weitere Beiträge
Goodbye, Pfitzner

Als eine der bedeutendsten Opern des 20. Jahrhunderts erlebt Hans Pfitzners zwischen 1909 und 1915 entstandener «Pales­trina» gerade wieder eine seiner periodischen Konjunkturen mit Neuinszenierungen in München/Hamburg, Frankfurt a. M. und jetzt Zürich. Pfitzners spätere Verstrickung in den Nationalsozialismus muss dabei nicht zwingend eine Rolle spielen. Die...

Editorial, Februar 2012

Preise zu melden ist normalerweise eine Sache für den Info-Teil der «Opernwelt»-Hefte. Doch in diesem Fall müssen wir eine Ausnahme machen: Die Gesangsabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt ist mit dem «Hessischen Hochschulpreis für exzellente Lehre» ausgezeichnet worden. Sie erhält damit den höchstdotierten deutschen Hochschulpreis...

Irritierende Unschuld, herbe Morbidezza

Alois Mühlbacher ist fünfzehn und Sopransolist der St. Florianer Sängerknaben. Seine zweite CD enthält Lieder von Gustav Mahler («Lieder eines fahrenden Gesellen», fünf «Wunderhorn»-Lieder) und die «Vier letzten Lieder» von Richard Strauss. Die technischen Mängel des jungen Solisten liegen auf der Hand: gelegentliche Vokalverfärbungen («Um Mitternocht»), unscharf...