Im Schatten des Palio

Eine Barockentdeckung und eine neue «Faust»-Oper: Sabine Radermacher über die Settimana Musicale in Siena

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Wie jeden Sommer machte in Siena auch in diesem Jahr vor allem der «Palio» die Musik, ein Pferderennen mitten in der Stadt, auf der Piazza del Campo. Mit beeindruckenden Sieges- und Schmähgesängen feierten die Bewohner des Stadtteils Nobile Contrada dell’Oca (zu deutsch: das Viertel der Gans) den Triumph «ihres» Jockeys Giovanni Atzeni und seines Hengstes Mississippi beim ersten Lauf. Am 2. Juli hatte Atzeni das wohl kürzeste und härteste Pferderennen der Welt für sich entschieden.

Traditionell ist das jeweils siegreiche Viertel («Contrada») verpflichtet, bis zum zweiten «Palio» (am 16. August) so viele Gratis-Bankette zu veranstalten, wie es im Verlauf der bis ins Mittelalter zurückreichenden Geschichte des Wettkampfs Rennen gewonnen hat. Die grün beflaggten «Gänse» hatten seit 1900 20-mal die Nase vorn. Kurzum: Die meisten Seneser sind also mit anderem beschäftigt, wenn in ihren Mauern eines der ältesten, renommiertesten und interessantesten Musikfestivals Italiens stattfindet, die «Settimana Musicale Senese».
Zum 68. Mal krönte die Settimana nun die sommerlichen Meisterkurse der Accademia Musicale Chigiana (unter den Dozenten waren unter anderen Renato Bruson, Giuliano Carmignola ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Sabine Radermacher

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