Wagner: Die Walküre
«Ringe» allerorten. Wenn einer darunter sich apolitisch gibt, dann der an der Opéra national du Rhin. David McVicars Wagner-Deutung überführt die Mythologie im Ambiente von Rae Smiths schrundigen Wänden samt urig-knorriger Esche und metallschicken Designer-Bergeshöhen in eine zeitlose Auslegung der menschlichen Tragödie. Auf den ersten Blick fällt «Die Walküre» dabei weit weniger originell aus als das unterhaltsame Fantasy-«Rheingold». Konventionell, am Text entlang, déjà vu – ganz falsch ist das rasche Abwinken der Enttäuschten nicht. Aber voreilig.
Denn McVicar ist ein viel zu guter Menschenanleiter, um nicht darüber hinaus zu gelangen.
Dass Hunding sich, selbst bei Tisch, mit einem ostasiatisch anmutenden Hilfstrupp umgibt und Siegmund später regelrecht absticht, verdankt sich der Detailarbeit des Regisseurs. Und dass er Brünnhildes Grane und all die Walkürenrösser von Athleten auf Metallstelzen und mit Alu-Pferdeköpfen zu einem hoppelnden Ballett überreizt, nimmt man mit der Zeit etwas genervt hin. Ausschlaggebend bleibt indes die mit vielen genauen Beobachtungen genährte Tragödie Wotans zwischen Wollen und Müssen, bleibt Brünnhildes von ihrer Emotionalität diktierter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Tod hat ein seltsames Antlitz, das Antlitz des Egalitären, des Vermeintlichen; alles nur halb so schlimm, nicht wirklich ernst gemeint. Eben so lächeln auch Floria Tosca, die Künstlerin, und Scarpia, der Polizeichef von Machiavellis Gnaden, in diesem entscheidenden Augenblick, der, und das rundet die Szene zur Farce, um einiges später eintritt als in der...
Man muss nicht – wie Jean-Pierre Ponnelle in seinem auf DVD dokumentierten Münchner «Cardillac» von 1985 – den filmischen Expressionismus als Konzept wählen, um die Zwanzigerjahre-Vertonung der E. T. A.-Hoffmann-Erzählung von einem Goldschmied, der sich seine geliebten Geschmeide mittels Mord von den Käufern zurückholt, schlüssig zu erzählen. Und gewiss hätte sich...
Frau Ptassek, Sie haben im Dezember 2007 in Mannheim erstmals die Violetta in Verdis «La traviata» gesungen, eine der ganz großen Rollen des romantischen Sopranrepertoires. Wie fühlt man sich bei einem solchen Debüt?
Die Violetta zu singen war immer mein Traum. Nun ist er in Erfüllung gegangen, und ich bin sehr glücklich darüber. Das war ein großer Schritt in...
