Im Spiegelkabinett
Eugen Onegin» als Tragödie verfehlten Lebensglücks: So sieht Stefan Herheim Tschaikowskys Szenenfolge, mit der er an der Nederlandse Opera im Rahmen des Holland Festivals debütierte. Das Concertgebouworkest mit seinen überirdisch schönen Hörnern saß im Graben, Mariss Jansons dirigierte. Eine Luxusbesetzung. Manches Bild schärfte die Ohren wie der vorher in dieser Krassheit nie bemerkte Trauermarsch in der Duellszene oder der Pas de deux von Weißem und Schwarzem Schwan im Mittelteil der Polonaise. Anderes nahm die Augen so sehr in Anspruch, dass keine Zeit mehr zum Hören blieb.
Vor allem die Hauptfragen der theatralisch aus dem Vollen schöpfenden Inszenierung schienen nicht zu Ende gedacht: Warum wird das Lebensglück verfehlt? Was und wer ist schuld daran?
Und das, obwohl Stefan Herheim die Schlussszene in einem selbstreflexiven Kunstgriff zur Rahmenhandlung machte. Philipp Fürhofer hatte ein fotorealistisches Theaterfoyer auf die Bühne gewuchtet: in der Mitte ein gläsernes Wintergarten-Foyer, das sich für die Rückblenden öffnete. Anlässlich einer vom Oligarchen Gremin gesponserten Vorstellung begegnet Onegin seiner großen Liebe wieder. Das löst einen Strom von Tagträumen und ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Boris Kehrmann
Jedes Jahr gibt es zur Festspielzeit in Georg Friedrich Händels Geburtsstadt die Neuproduktion einer seiner Opern. Leider ergreift man dabei kaum einmal die Chance, die Stücke als Herausforderung für eine szenische Neubefragung zu begreifen. Auch die «Ottone»-Inszenierung der Leipziger Operndirektorin Franziska Severin variiert nur längst erprobte Muster, vor allem...
Wenn bei uns die Rede darauf kommt, werden plötzlich alle ganz still. Das, was derzeit in der Musikszene der Niederlande passiert, ist ein Super-Gau. Was er genau bedeutet, ist noch längst nicht für alle Betroffenen klar. Aber dass es sich um den schlimmsten anzunehmenden Fall handelt, steht außer Frage. Weniger ein Un-Fall als ein Un-Ding. Eine Zerstörung, wie sie...
ARTE
1.8. – 6.00 Uhr
Mozart in Aix-en-Provence.
Arienrezital der Stipendiaten für Gesang und Piano der «Académie européenne de musique».
1.8. – 10.05 Uhr
Wanderer ohne Ruhe.
Film von Bruno Monsaingeon über den polnisch-ungarischen Pianisten Piotr Anderszewski.
2.8. – 5.00 Uhr
Die Schönheit der Stimme.
Film von Sabine Gisiger über drei Sänger des Opernstudios Zürich, die von...
