Zwischenruf August 2020

Wer hätte das gedacht? Ludwig van Beethoven was black. Kann das sein? Höchste Zeit für eine investigative Recherche

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Eigentlich ist, spätestens mit diesem Jahr, dem 250. Geburtstag des Genies, alles gesagt, gedacht, geschrieben, geklärt. Die Causa Beethoven im Grunde abgeschlossen. Mehrere Regalkilometer füllt die Literatur über den Prometheus der Tonkunst, dessen einziges Manko es war, dass er keine gescheite Oper zu komponieren vermochte, weil seine eigene Musik zu absolut und zu totalitär war, um von einer Bühnenhandlung diskursiv begleitet werden zu können.

Hier und da ein kleines Fitzelchen an Neuerkenntnis, einige Takte aus seiner Feder, die bislang in irgendeiner Schublade herumstaubten, nun gut, so etwas ist immer drin. Ansonsten aber sind wir hinreichend informiert über Ludwigs Leben und Werk.

Dachten wir jedenfalls. Nun aber werden wir von einem Theorem archimedischen Ausmaßes überrascht, das es fürwahr in sich hat. Denn stößt man beim Surfen durch die schöne, weite Welt des Internets auf den Hashtag (zu deutsch: Doppelkreuzmarkierung) #BeethovenWasBlack, traut man seinen Augen nicht. Denn dort wird, und das ist kein Scherz, die Kunde verbreitet, Ludwig van Beethoven sei ein Schwarzer gewesen. Manche bezeichnen ihn schon als «Brother», andere bearbeiten seine Porträts, damit er als ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Magazin, Seite 55
von Jürgen Otten

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