Zeitlose Strahlkraft
In den 1950er-Jahren war Rosanna Carteri (*1930) eine der gefragtesten italienischen Sopranistinnen im lyrischen Fach, sang an der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen, spielte zahlreiche komplette Opern ein und wirkte in mehreren Fernsehopern der RAI mit. Ihr Repertoire reichte von Pergolesi bis Gilbert Bécaud («L’Opéra d’Aran»), zu ihren Glanzrollen zählten Susanna, Desdemona, Violetta, Micaëla und Mimì. Mitte der 1960erJahre zog sie sich aus familiären Gründen von der Bühne zurück.
Und obwohl die meisten ihrer Aufnahmen auf CD wiederveröffentlicht wurden, ist ihr Nachruhm – zumindest in Deutschland – bescheiden geblieben. Die Kollektion von Urania Records, die einige ihrer wichtigsten Tondokumente enthält, kommt nicht ungelegen, obwohl sie dem Sammler nichts wesentlich Neues bringt. Wer Carteri noch nicht kannte, erlebt eine Sängerin mit beträchtlicher vokaler Bandbreite vom lyrischen Koloratursopran bis zum lirico spinto, auch stilistisch versiert und in der Opera buffa ebenso zu Hause wie im veristischen Melodramma. In Luigi Alva, Carlo Bergonzi («Madame Butterfly») und Giuseppe di Stefano findet sie hochrangige Tenorpartner.
Es ist wohl nicht mehr als ein ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Ekkehard Pluta
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Die Oper ist ein unmögliches Kunstwerk.» Mit diesem verbalen Paukenschlag hat Oscar Bie 1913 sein brillantes, noch immer lesenswertes Buch «Die Oper» eröffnet. Carolyn Abbate und Roger Parker sind derselben Meinung. Die beiden renommierten angloamerikanischen Musikwissenschaftler geben sich allerdings entschieden konservativer als der deutsche Kulturhistoriker,...
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