Zeitlos aktuell

Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria» mit dem Ensemble Boston Baroque

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Von den drei überlieferten Opern Claudio Monteverdis hatte «Il ritorno d’Ulisse in patria» die geringste Breitenwirkung. Homers Dramenstoff um die späte Heimkehr des Odysseus in sein Königreich Ithaka, wo nur noch die treue Gattin Penelope und der Sohn Telemach an seine Wiederkunft glauben, ist bis heute aktuell. Man denke etwa an die Soldaten, die zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus russischer Kriegsgefangenschaft in eine fremd gewordene Heimat zurückkehrten.

Wenn Penelope ihren bewegenden Klagegesang «Di misera Regina» zu Beginn des ersten Akts anstimmt, drängt sich die Erinnerung an jene Frauen auf, die verzweifelt auf ihre Männer warteten. Auch 375 Jahre nach seiner Uraufführung klingt in Monteverdis Meisterwerk die bittere Realität einer friedlosen Welt an – trotz des glücklichen Ausgangs.

Martin Pearlman, Gründer und musikalischer Leiter des Ensembles Boston Baroque, hat auf Basis des überlieferten Notenmaterials eine eigene Fassung erstellt. Deren markanteste Merkmale: die Stringenz des Handlungsbogens und eine äußerst farbige Instrumentierung. Die Mitwirkenden konnten sich im April 2014 bei zwei halbszenischen Aufführungen in Boston auf diesen Mitschnitt ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Detmar Huchting

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