Zeitgenossenschaft

Starke Frauen, muntere Diversität und ein etwas blutleeres elektronisches Musiktheater – das ist «Ultraschall» 2020

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Schon Hölderlins Hyperion ahnte es: Der Mensch ist eine beunruhigend prekäre Einrichtung der Natur, etwas, «das, wie ein Chaos gärt, oder modert, wie ein fauler Baum, und nie zu einer Reife gedeiht». Ähnlich kritisch sieht dies auch Golem XIV, jener Supercomputer, dem der polnische Science fiction-Autor Stanisław Lem 1973 ein intelligent-funkelndes literarisches Denkmal setzte.

Evolutionär betrachtet, erscheint ihm (dem Vertreter einer höheren und objektiven Vernunft) der Homo sapiens sapiens als ein Wesen, das sich, trotz allen Fortschritts, dauerhaft eher auf dem Weg bergabwärts befindet. Warum? Weil sein Streben und Sehnen mit der zusehends defizitären Fähigkeit korreliert, die Dinge der Welt in den Griff zu bekommen. Keine schöne Aussicht, richtet man den Blick nach vorn. Aber eine, über die sich trefflich sinnieren lässt, auch auf der Bühne.

Die Gruppe Kommando Himmelfahrt und der Komponist Kaj Duncan David unternahmen mit ihrem elektronischen Musiktheater «Also sprach Golem» beim diesjährigen Festival «Ultraschall» nun den Versuch, dem Phänomen der schwindenden humanen Erhellung und damit einhergehenden Dominanz künstlicher Intelligenz auf die Spur zu kommen. Regisseur ...

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Opernwelt März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Jürgen Otten

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