Wie gefroren
Owen Wingrave», die vorletzte Oper des bekennenden Pazifisten Benjamin Britten nach einer Erzählung von Henry James, entstand 1970 – in der Endphase des Vietnam-Krieges – als Auftragswerk für das britische Fernsehen. Britten und seine Librettistin Myfanwy Piper nutzten mit schnellen Wechseln und Simultanszenen virtuos die Möglichkeiten der filmischen Dramaturgie. Jetzt haben der holländische Regisseur Floris Visser und sein Bühnenbildner Gary McCann das selten gespielte Anti-Kriegsstück in Osnabrück mit kühnem Griff in Szene gesetzt.
Als sich der Vorhang öffnet, sehen wir einen grauen, mit zahllosen leeren Rahmen bestückten Raum. Darin, gleichsam als lebendes Bild, ein junger Mann: Owen Wingrave, der letzte Spross einer altgedienten Offiziersfamilie. Weil er Krieg ablehnt und sich nicht auf die vorherbestimmte Laufbahn begeben will, verlässt er die Militärakademie. Daraufhin wird er von seiner Familie gedemütigt und enterbt und von seiner Braut Kate als Feigling verstoßen, schließlich zu der Mutprobe genötigt, sich eine Nacht in einem Zimmer auf dem Familiensitz Paramore einzuschließen, in dem es spukt. Am Morgen findet ihn Kate, tot – Opfer der Familiengeister, von denen die den ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Uwe Schweikert
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