Wie gefroren
Owen Wingrave», die vorletzte Oper des bekennenden Pazifisten Benjamin Britten nach einer Erzählung von Henry James, entstand 1970 – in der Endphase des Vietnam-Krieges – als Auftragswerk für das britische Fernsehen. Britten und seine Librettistin Myfanwy Piper nutzten mit schnellen Wechseln und Simultanszenen virtuos die Möglichkeiten der filmischen Dramaturgie. Jetzt haben der holländische Regisseur Floris Visser und sein Bühnenbildner Gary McCann das selten gespielte Anti-Kriegsstück in Osnabrück mit kühnem Griff in Szene gesetzt.
Als sich der Vorhang öffnet, sehen wir einen grauen, mit zahllosen leeren Rahmen bestückten Raum. Darin, gleichsam als lebendes Bild, ein junger Mann: Owen Wingrave, der letzte Spross einer altgedienten Offiziersfamilie. Weil er Krieg ablehnt und sich nicht auf die vorherbestimmte Laufbahn begeben will, verlässt er die Militärakademie. Daraufhin wird er von seiner Familie gedemütigt und enterbt und von seiner Braut Kate als Feigling verstoßen, schließlich zu der Mutprobe genötigt, sich eine Nacht in einem Zimmer auf dem Familiensitz Paramore einzuschließen, in dem es spukt. Am Morgen findet ihn Kate, tot – Opfer der Familiengeister, von denen die den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2016
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Uwe Schweikert
Die Ponys hören zu. Erst eines. Ein Ganzton, dann ein Halbton aufwärts, lange und leise gehalten. Dann kommen fünf weitere dazu, schmiegen sich unter die Gesangsphrase ihres Herrn. Jedes hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene triolische Bewegung, seine eigene chromatische Linie. Alle sind genau in der Partitur notiert, im Bassschlüssel. Sechs Ponys, das sind...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Tannhäuser: 6., 13.
– West Side Story: 11., 24., 28.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
Tel. 03733/140 71 31/2
Fa...
Die erste Tosca der New York City Opera war ein echter Star: Als die Company 1944 mit Puccinis vor 116 Jahren in Rom uraufgeführtem Bestseller ihre erste Produktion zeigte, sang Dusolina Giannini die Titelpartie. Als people’s opera konzipiert, pflegte man in den folgenden Jahrzehnten freilich vor allem ein Repertoire, das die Metropolitan Opera nicht auf dem Schirm...
