Wie aus dem Feuerkessel
Ein Komponist, der einem zwar in musikwissenschaftlichen Seminaren begegnet, von dem die meisten aber nur die wenigen Aufnahmen der Callas (darunter den akustisch fragwürdigen Mitschnitt von Luchino Viscontis Scala-Produktion der «Vestale» 1954) kennen. Gaspare Spontini, 1774 nahe Pergolesis Heimat in den Marken geboren, existierte vor allem als streng dreinblickendes Konterfei mit Vatermörder und Pour-le-Mérite-Orden, der ihm als preußischem Generalmusikdirektor verliehen wurde. Daran hat sich wenig geändert.
Noch heute gibt es die wenigsten seiner musik-historisch relevanten Opern am Übergang von Glucks Musiktragödien zu Meyerbeers Grand Opéra («La vestale», «Fernand Cortez», «Olympie», «Agnes von Hohenstaufen») in modernen Aufnahmen; noch spröder zeigen sich die Häuser mit Neuinszenierungen, die Spontinis Bühnenwirksamkeit unter Beweis stellen könnten.
Dass er sein Handwerk beherrschte; dass er Szenen in großen Bögen auf einen dramatischen coup de foudre hin entwerfen konnte, die Sänger mit grandiosen Arien in den dramatischen Fluss einzufädeln und in erhabenen Ensemble-Chor-Tableaus auf dem Altar des Schicksals zu opfern verstand, stellte die Brüsseler Neuproduktion von «La ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Michael Struck-Schloen
Pietro Mascagnis zweite Oper «L’amico Fritz» mag als veristisches Leichtgewicht oder gar als Operette verschrien sein – der Komponist fuhr mit seiner commedia lirica einst triumphale Erfolge ein. Kein Jahr nach der Uraufführung im römischen Teatro Costanzi 1891 fand sich der Dreiakter auf zahlreichen europäischen Opernbühnen. Erst zur Zeit des Faschismus fiel das...
Sir Thomas, Ihre Stimme strahlte stets eine enorme Männlichkeit aus – ohne einen Anflug von Machismo. Eine Frage des Stils?
Eine Absicht steckte nicht dahinter, es war einfach so. Mir wurde schon vor langer Zeit über meine Stimme offen ins Gesicht gesagt: «A baritone with balls ...» Dürfen Sie das überhaupt schreiben? Ich habe das nicht beeinflusst. Für mich war es...
Er ist in vielem fragwürdig, zugleich aber hintergründig faszinierend, dieser «Hoffmann» aus Madrid (siehe OW 7/2014). Musikalisch fällt das Arrangement des Quellenmaterials durch Sylvain Cambreling mit den nachkomponierten Rezitativen Ernest Guirauds noch hinter die überholte Oeser-Fassung zurück. Szenisch lässt Christoph Marthaler in der Schwebe, ob Hoffmann...
