Wie aus dem Feuerkessel

Spontini: La vestale Brüssel / La Monnaie/Cirque Royal

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Ein Komponist, der einem zwar in musikwissenschaftlichen Seminaren begegnet, von dem die meisten aber nur die wenigen Aufnahmen der Callas (darunter den akustisch fragwürdigen Mitschnitt von Luchino Viscontis Scala-Produktion der «Vestale» 1954) kennen. Gaspare Spontini, 1774 nahe Pergolesis Heimat in den Marken geboren, existierte vor allem als streng dreinblickendes Konterfei mit Vatermörder und Pour-le-Mérite-Orden, der ihm als preußischem Generalmusikdirektor verliehen wurde. Daran hat sich wenig geändert.

Noch heute gibt es die wenigsten seiner musik-historisch relevanten Opern am Übergang von Glucks Musiktragödien zu Meyerbeers Grand Opéra («La vestale», «Fernand Cortez», «Olympie», «Agnes von Hohenstaufen») in modernen Aufnahmen; noch spröder zeigen sich die Häuser mit Neuinszenierungen, die Spontinis Bühnenwirksamkeit unter Beweis stellen könnten.

Dass er sein Handwerk beherrschte; dass er Szenen in großen Bögen auf einen dramatischen coup de foudre hin entwerfen konnte, die Sänger mit grandiosen Arien in den dramatischen Fluss einzufädeln und in erhabenen Ensemble-Chor-Tableaus auf dem Altar des Schicksals zu opfern verstand, stellte die Brüsseler Neuproduktion von «La ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Michael Struck-Schloen

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