Sex and Crime, von Florenz bis San Francisco

Ganz schön was los bei der Wexford Festival Opera: William Bolcoms «Dinner at Eight», Saverio Mercadantes «Il bravo», Franco Leonis «L’oracolo» und Umberto Giordanos «Mala vita»

Von fremden Ländern und Menschen», dem Eingangsstück in Robert Schumanns «Kinderszenen», fühlt man sich «wie aus der Ferne» angesprochen: nicht im Sinne spektakulärer Exotika, sondern als Ausdruck erwartungsvollen Staunens. Und selbst dem durchaus Reiselustigen kann es immer noch so ergehen, kommt er beispielsweise, in bereits vorgerücktem Alter, erstmals nach Irland. Viel hat er gehört und gelesen über die «Grüne Insel», doch nun gilt es, Klischees und Realität abzugleichen; und so stellt er fest, dass die Farbe tatsächlich den Wiesen entspricht und Regen wohl dazugehört.

«Rotblonde» gibt es zwar, keineswegs aber auffallend häufig. Den Linksverkehr findet man schnell normal. Ebenso schnell ist einem die Zweisprachigkeit vertraut: Englisch ist dominant, doch Gälisch findet sich auf allen (Straßen-)Schildern – analog zu Ladinisch oder Rätoromanisch in Italien und Schweiz oder Baskisch in Spanien. Gälisch wird immer weniger gesprochen, am ehesten noch im Westen. Doch die Symbolik bleibt hoch: Immer wieder stößt man auf Denkmäler und Inschriften, die an den Widerstand gegen die Engländer erinnern. So staunt man nur anfänglich, wenn bei Opernaufführungen das Publikum erst die irische ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Gerhard R. Koch