Wespe, komm!
What of words and what of song», was es heute mit den Worten und was mit dem Gesang auf sich hat, fragt eine neue CD des auf Avantgardemusik spezialisierten Labels NEOS. Die klare Antwort gibt die exzellente, nur in Spezialistenkreisen bekannte britische Sopranistin Juliet Fraser mit sechs in ihrer kompositorischen Reduktion radikal minimalistischen Vokalkompositionen von Chaya Czernowin, Beat Furrer, Enno Poppe und Rebecca Saunders. Die Worte implodieren im unermesslichen Raum des jeglicher Bedeutung entzogenen Sprachmaterials.
Der Gesang selbst wird zu einem widerspenstigen, alle Artikulationsmöglichkeiten der Stimme einschließenden Rezitationsstrom bis hin zum gänzlichen Verstummen. Das Zerlegen der Sprache, ihre Entsemantisierung und die instrumentale Behandlung der Stimme bedingen sich dabei gegenseitig, wie sich an den beiden Extrembeispielen des faszinierenden Programms, Czernowins «Studie für Solostimme und Atem» und Poppes gleichsam in den Mund der Sängerin eingeschlossener «Vertonung» von Marcel Beyers Gedicht «Wespe, komm» zeigt.
Czernowin geht dabei in ihrer von einer Blume angeregten «Studie zur Fragilität», in der sie ein sanftes, stimmloses Atmen und zarte, kaum ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 54
von Uwe Schweikert
SPIELPLÄNE
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Purcell, King Arthur: 30.9. (P), 7.10., 8.10., 15.10, 28.10.
ML: Ward, I: Štorman, B: Wohler, K: Aust, C: Klomp, S: Collett, Jerosme, Lustaud, Macías, Ruvalcaba, Vallés
Annabe...
Seit der Spielzeit 2019/2020 ist Leslie Suganandarajah Musikalischer Direktor am Landestheater Salzburg. Wir treffen ihn an einem Junitag in Hannover, seiner Heimatstadt. Geboren wurde er allerdings in Colombuthurai, im Norden Sri Lankas. Das war 1983. Der Mann ist also jung, keine 40. Und es ist jener Junitag, an dem in vielen Teilen Deutschlands «gefühlt» die...
Wenden wir uns bei dieser Premiere, in deren Vorfeld sehr viel von Augmented Reality, von Brillen und Brillenkosten die Rede war, zunächst der akustischen Realität zu. Die war nämlich nicht weniger ungewöhnlich als das, was man durch die Brillen sah, und nutzte dafür sehr viel einfachere Mittel. Da ist der viel gelobte und immer als Konstante vorausgesetzte...
