Wenn Bilder erzählen

Arthaus legt den von Michael Schulz und Wolfgang Willaschek konzipierten «Ring» des Nationaltheaters Weimar auf DVD vor.

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Bevor der erste Ton des «Rheingold»-Vorspiels aus dem Orchestergraben heraufbrummt, gehört die Bühne des Weimarer Nationaltheaters den Kindern. Drei Mädchen in adrett karierten Sonntagskleidern haben Regisseur Michael Schulz und sein Dramaturg Wolfgang Willaschek den Beginn der Tetralogie anvertraut. Mit giftgrünen Drachen-Handpuppen erzählen sie sich die Geschichte, so wie sie Wagner in seinem ersten Entwurf 1848 festhielt – den Unschuldigen ist selbst diese vor Verrat und Habgier triefende Geschichte nur ein harmloses Märchen. Kinder sind sozusagen das Leitmotiv.

Jeden Abend eröffnen sie den Weimarer «Ring»: die im Geiste ihrer Väter gedrillten Zöglinge Wotans und Alberichs in der «Walküre», der sich selbst überlassene junge Siegfried, der sich zu den Klängen des Vorspiels mit seinem Sagenbuch auf dem Boden lümmelt, und schließlich die verwahrlosten Kids der «Götterdämmerung», die nur noch verständnislos den Vorträgen der Nornen-Omis lauschen. Die schöne Grundidee spiegelt den jeweiligen Zustand der «Ring»-Gesellschaft: Jedes System zeigt seinen Charakter eben doch am deutlichsten in seinen Kindern, und wenn sich am Ende die unterdrückten Frauen des Gibichungen-Volks von einem ...

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Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Medien, Seite 42
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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