Wenig Mehrwert
Das diesjährige Opernfestival von Wexford war, was die künstlerische Qualität betrifft, möglicherweise das schwächste, das ich in den letzten 25 Jahren besucht habe. «The Ghosts of Versailles» von John Corigliano, ein Import mit hohem Anspruch, bot nur wenig von dem, wofür Wexford traditionell bürgt – auch wenn die Marie Antoinette von dem in Europa noch unbekannten US-amerikanischen Shootingstar Maria Kanyova verkörpert wurde und George von Bergen in der Rolle des Beaumarchais mit seiner Durchschlagskraft durchaus beeindruckte.
Die beiden Einakter von Chabrier und Rossini, ursprünglich als Doppelpack für ermäßigte Matineen vorgesehen, ersetzten im Zuge von Sparmaßnahmen eine Aufführung von «Il cappello di paglia di Firenze»: Diese Oper von Nino Rota ist nun auf das nächste Jahr verschoben.
Regisseur Roberto Recchia stülpte Chabriers Operette «Une Education manquée» («Die Bildungslücke») einen an den «Rosenkavalier» gemahnenden Pomp über, derweil Ausstatter Lorenzo Cutuli darum bemüht war, das intime Miniaturstück und die anschließende Rossini-Farce «La cambiale di matrimonio» («Der Heiratswechsel») miteinander zu verbinden. Cutulis anfangs für den Chabrier-Einakter konzipiertes, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Tom Sutcliffe, Übersetzung: Marc Stadacher
Wow! Joyce DiDonato als Vamp auf dem Umschlag ihres Rossini-Albums, in einer luftigen eierschalenfarbigen Kostümkreation, die Hüften weich umschmeichelnd, mit einem inspirierenden Dekolleté. Das Pin-Up zur Verkaufsförderung ist ja heute en vogue. Freilich, die amerikanische Mezzosopranistin macht keine jener Karrieren, bei denen das Auge das Ohr korrumpiert,...
Wieder wurde ein «Opernwelt»-Mitarbeiter mit der Gottlob-Frick-Medaille in Gold ausgezeichnet. Ekkehard Pluta erhielt sie beim diesjährigen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn-Dürrn. Sie soll an den berühmten Bassisten der fünfziger und sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern und geht einmal im Jahr an eine Persönlichkeit, die sich...
Man glaubt es kaum, aber es muss wohl stimmen: Nikolaus Harnoncourt wird 80. Wenn man ihn in den letzten Jahren mit seinem 1953 gegründeten Concentus Musicus erlebte, sah man einige Weggefährten an den Pulten sitzen, denen Alter und Erfahrung ins Gesicht geschrieben standen. Aber er selbst wirkte alterslos, zupackend, nach wie vor bis in die Haarwurzel von...
