Well made play
Der kleine Amor hat spürbar Lust auf diesen Abend. Zu den ersten Takten des Vorspiels klettert er aus den Tiefen des Bühnenbodens herauf, richtet die Kissen und zieht beim übergroßen Himmelbett die Gardinen zu für das, was wir im Orchestergraben ohnehin schon deutlich hören: den Liebesrausch zwischen der Marschallin und ihrer jugendlichen Amour fou Octavian.
Nicht nur das Bett ist einladend ausladend, auch der Stuck an Decke und Wänden, die Kronleuchter sind es – Regisseur Bruno Ravella und sein Bühnenbildner Gary McCann haben für diese Koproduktion mit der Garsington Opera und der Opera Santa Fé ganz auf riesigen Rokoko-Zuckerdekor gesetzt. Das Personal in diesem Interieur erinnert an die Commedia dell’arte. Sophie etwa kommt als Lolita in knallrotem Kleidchen daher, der verkleidete Octavian im Dirndl, die Marschallin in höfischer Prunkmode, und der Baron Ochs erscheint auf der Bildfläche im schlechtsitzenden Frack, mit falschen Socken und rotem Klamaukbart.
Zum Leben erwacht dieser «Rosenkavalier» durch die Sängerinnen und Sänger: Paula Murrihy kehrt mit einer ihrer Paraderollen in die Heimat zurück und legt den Octavian empathisch-melancholisch an. Mit nie versiegendem ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Stephan Knies
Herr MacNeil, auf Youtube gibt es einige Videos mit Ihnen. In einem ist zu sehen, wie Sie Rad schlagen. Wollten Sie ursprünglich Artist werden?
Ich wollte zunächst Lehrer werden. Aber nicht für Radschlagen. Das mache ich einfach gern, manchmal auch auf der Opernbühne. Regisseure mögen es ja, wenn jemand akrobatische Dinge beherrscht. In Humperdincks «Königskindern»...
Wenn dies auch Tollheit ist, hat es doch Methode», scheint mit Shakespeares «Hamlet» die Devise dieser Aufführung zu sein. «Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro» heißt (übersetzt) der Titel von Beaumarchais’ aufrührerischer Komödie, die Mozarts und Da Pontes Oper zugrunde liegt. In Barbora Horá-kovás Inszenierung, die das Nationaltheater Mannheim im...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Tränen gelacht zuletzt bei Tobias Kratzers «Götterdämmerung», als eine Norn und später Waltraute als meine Doppelgängerinnen auftraten.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Ich würde kein neues Haus bauen, vielmehr schauen, wie man die vielen, die es schon gibt, für die Zukunft erhalten und verändern kann. Wie kann man...
