Welch ein seltsam Wunder!
Auf der extrem langgezogenen Bühne des Salzburger Festspielhauses sind allerlei Geländer montiert; zur Rechten ein wenig in modernem (oder doch georgsbekreuzten?) Rot-Weiß wegironisiert. Andere dieser Vorrichtungen, über die anfangs auch mehrheitlich hinweggestiegen werden muss, grenzen eine nachempfundene Bootseinfahrtsmöglichkeit ab. Ein bewegliches Bühnenmodul (das Schiff) kommt mächtig von links. Offenbar der Hafen von Antwerpen. Weiter oben und zur Linken markieren die Gatter beispielsweise Aussichtspunkte.
Alles farblich recht kühl, eher weniger sagenumwoben (dafür im zweiten und dritten Aufzug immer ominöser von Kunstnebel umwölkt. Die «Krise einer Institution» wird nicht zum ersten Mal durch Bühnendunst-Crescendi bebildert).
Noch während des Vorspiels, das seine Kraft aus der Quelle der charismatischen Grundtonart-Ausweichung von A-Dur zur Parallele fis-Moll schöpft, stellt das Regieteam aus Jossi Wieler, Anna Viebrock und Sergio Morabito die zwei weiblichen Hauptfiguren Elsa von Brabant und Ortrud auf die Bühne. Von irgendetwas amüsiert, lugt Elsa hoch zur Burg. Dann treibt es sie an den rechten Bühnenrand. Hier fischt sie offenbar den Skalp ihres vermeintlich toten ...
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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Arno Lücker und Gerhard R. Koch
Am Ende, als die Buhrufe über Calixto Bieito niedergingen wie ein Platzregen, formte der spanische Regisseur mit den Händen ein Herz in Richtung seiner Kritiker, so als wolle er sagen: Das ist doch die Oper der alle Grenzen überschreitenden Liebe: Wagners «Tristan und Isolde». Direktor Bogdan Roščić hat dem Staatsopernpublikum, das bei Neuinszenierungen generell...
Anlass, Datum und Ort waren mit Bedacht gewählt. Pünktlich zur alljährlich gefeierten Wiederauferstehung Jesu Christi, am Ostersonntag Anno Domini 1708, erlebte Georg Friedrich Händels Oratorium «La Resurrezione» seine prunkvolle Uraufführung in der ewigen Stadt. Im salone d'onore al piano nobile des Palazzo Bonelli war eigens dafür eine Bühne errichtet worden, an...
Wie das Idyll klingt, wenn es besungen wird? Vielleicht so: zart und irisierend in seinen stimmlichen Nuancen, anmutig und sanft in den aufgelockerten, sanft dahinfließenden Begleitfigurationen des Klaviers; als Ganzes versehen mit einem Aroma, das nach Frühling duftet, nach wolkenlosem Himmel, roten Rosen und durch Sonnenstrahlen hindurch flatternden...
