Weiter leben

Die 13 noch verbliebenen italienischen Opernhäuser leiden schwer unter der Corona-Krise, doch manche trotzen dem Niedergang mit ambitionierten künstlerischen Projekten

Wie relevant die Oper für Italiens Gesellschaft ist, zeigt sich in jedem Jahr am 7. Dezember. Es ist der Tag des Mailänder Stadtheiligen Ambrosius, das Teatro alla Scala eröffnet die Spielzeit mit der mondänsten Veranstaltung des ganzen Landes. Wer Geld, Geltung oder Geltungsbedürfnis hat, wer gesehen werden möchte und andere sehen will, reist für diesen Abend an. Wochen im Voraus bereitet der staatliche Sender RAI der «Prima della Scala» einen medialen Advent.

Und so ziemlich alles, was dem Theater an Mitteln zur Verfügung steht, wird auf die Bühne geworfen: Pracht der Stimmen, Kraft der Instrumente, traditionellste Schneider, innovativste Designer, kostbarste Oberflächen und natürlich die sinnlichsten Namen der italienischen Opernmusik.

Nichts davon im soeben abgelaufenen Jahr. Donizettis «Lucia di Lammermoor» hätte gegeben werden sollen unter dem Dirigat Riccardo Chaillys und in der Regie von Yannis Kokkos, in den Hauptrollen Lisette Oropesa und Juan Diego Flórez. Bis in den November hinein wurde geprobt, aber dann musste das Land wieder in den Hausarrest. Der Aufsichtsrat gab eine «Qualitätsalternative» in Auftrag, ein Konzert oder eine Gala, die ihre Öffentlichkeit per ...

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Opernwelt Januar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 12
von Klaus Georg Koch

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Sie sind Dirigententochter, haben Schlagfiguren, Partiturlesen, Transponieren...