Was ich fühle
Frau d’Oustrac, lieben Sie Wagner?
Natürlich liebe ich ihn, so wie ich auch Brahms, Schumann und Liszt liebe. Vollends habe ich diese faszinierende Welt während meines Gesangsstudiums entdeckt, aber bereits zuvor, an der Musikschule, hatte ich mich theoretisch eingehend mit den Frauenrollen in Wagners Werken auseinandergesetzt.
Eine interessante Beschäftigung für einen Teenager!
Das stimmt. Ausschlaggebend war das Buch von Catherine Clément über besiegte, verratene und verkaufte Frauen auf der Opernbühne.
Ich verschlang es und dachte leicht resigniert: «Ja, so ist es wohl.» Zu jener Zeit kannte ich allerdings die Musik Richard Wagners noch nicht, dafür war ich wahrscheinlich doch noch ein wenig zu grün hinter den Ohren.
Rein vokal gesehen, sind die Partien in seinen Musikdramen allerdings Lichtjahre entfernt von dem, was Sie bevorzugt singen ...
Ja, das ist mir klar, ich bin schließlich nicht wahnsinnig. Aber wir waren jung damals, alles war erlaubt. Und vor allem mit dem Pianisten Pascal Jourdan habe ich auch auf diesem Feld sehr vieles ausprobiert, ohne konkret an eine Partie zu denken.
Sie beide haben im vergangenen Jahr ein Album mit Liedern von Liszt, Schumann und Berlioz ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2020
Rubrik: Interview, Seite 30
von Jürgen Otten
Irgendwann an diesem Abend durchfliegt einen der Gedanke an Beethovens «Eroica». Und die Frage, wie viele Musiker wirklich nötig sind, um dieses symphonische Schlüsselwerk angemessen zu interpretieren. Während heute bis zu 80 Musiker auf dem Konzertpodium sitzen, waren es bei der Uraufführung der Symphonie anno 1803 im Palais des Fürsten Lobkowitz gerade einmal...
Franz Mazura liebte das Leben, und das Leben liebte ihn. Als das vor Gdingen auf Reede liegende U-Boot-Begleitschiff, auf dem der Matrose Wache schob, im Dezember 1944 von einem Torpedo getroffen wurde, innerhalb von acht Minuten sank und Mazura in der eiseskalten Ostsee trieb, hatte er das Glück, mit einem Kameraden ein aus Rettungsringen gebildetes Floß zu...
Das dreiaktige Dramma per musica «Amare e fingere» – zu Deutsch: Lieben und Täuschen – kann man als lockeres Remake des spanischen Dramas «Fingir y amar» des zu seiner Zeit überaus beliebten italienischstämmigen Autors Augustín Moreto (1618–1669) bezeichnen. Wer die musikalische Adaption des Stücks einst autorisierte, ist umstritten; weder Libretto noch Partitur –...
