Wagner: Tristan und Isolde

Basel

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Anfangs wollt‘ man fast verzagen. Es war, als entfalte sich das Vorspiel zu «Tris­tan und Isolde» bei Marko Letonja und dem Sinfonieorchester Basel nicht recht. Zu viel Stückwerk, keine Linie – vor allem aber: kein Sehnen, keine Not, kein Geheimnis und um jenen Tick zu rasch, der verhindert, dass man sich in Richard Wagners Ausdruckswelt ein­nisten kann. Dafür allerdings und das den ganzen Abend über: eine ganz klare Draufsicht, nichts verschwiemelt.

Dann, mehr und mehr: doch eine große lyrische Dringlichkeit, die nächtlichen Klang­wunder aufs Empfindsamste ausgekundschaftet, nachgerade magische Pianissimi und nicht zuletzt tobende ­Or­chester­kon­vul­sionen, ohne dass den Sängern ein Leids geschieht.
Richard Decker ist mittlerweile ein Tris­tan, der seine lyrische Vergangenheit nahezu bewahrt und in den mörderischen Rasereien erheblich zuzulegen hat. Dazu eine Isolde mit vielen Voraus-Elogen: Annalena Persson hat den jugendlich leuchtenden Sopranfuror, klingt in den – explosiv herausgeschleuderten – Ausbrüchen bisweilen aber noch spitz und wird die entscheidenden inhalt­lichen Akzente noch «bringen» lernen. Brigitte Pinters manchmal etwas säuer­liche Brangäne ist solide, Bjorn ...

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Opernwelt Juni 2005
Rubrik: kurz berichtet, Seite 48
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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