Von Karthago nach Moskau

Christof Loy hat seine Deutung von Händels «Alcina» in München neu erarbeitet und feiert im Prinzregenten­theater einen Triumph, gegen den eine Purcell-Bearbeitung im gleichen Haus ­verblasst. Das Staatstheater am Gärtnerplatz zeigt mit Schnebels «Majakowskis Tod», dass es der großen Schwester, der Bayerischen Staatsoper, absolut ebenbürtig sein kann

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Diesmal konnte sich Staats­opern-In­tendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmü­cken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002).

Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese Neueinstudierung mit einem komplett anderen, hochkarätigen Ensemble im akustisch wie atmosphä­risch beglückenden Juwel des Prinzregententheaters! Als wäre er für dieses Haus gebaut, passt Herbert Murauers klassizistischer Museumssaal, in den ein zweiter, geradezu magischer rechteckiger Kasten hineingebaut ist, in den Zuschauerraum des antiki­sierenden Jahrhundertwende-Theaters. Christof Loys Regie erzeugt zwischen den Figuren eine solche körperliche Intensität, eine (nicht nur) die instrumentalen Passagen der Arien mit prägnanter Lebendigkeit füllende, schier atemlose Bewegungs­cho­reografie, dass einem diese unge­kürzte «Alcina» samt der von Beate Vol­lack mit Tempo und Witz aufgeladenen Tanzszenen nie langweilig wird.
Diese eminent musikalische, handwerklich und in ihrem präzisen Timing bestechende Regie gelingt freilich ...

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Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 46
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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