Unheilige Allianz

Puccini: Tosca in der Oper Nancy

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Die ersten Takte gehören ihm, dem Sadisten, dem Schlächter, dem Sexmonster: Scarpia ist die treibende Kraft dieses Thrillers. Die Liebenden, Tosca und Cavaradossi, Künstler sie beide, sind nichts als Opfer dieses perversen männlichen Willens. Der bleibt selbst postmortal noch omnipräsent – durch Scarpias Handlanger und durch die Macht der Musik, qua der Puccini der Personifikation des Bösen das letzte Wort gönnt: Der Tritonus als Diabolus in musica zermalmt die schönsten Hoffnungen an die Liebe, die Kunst, die Schönheit.

 

Silvia Paoli verschiebt in ihrer Inszenierung am kleinsten Opernhaus Frankreichs, das unter seinem Intendanten Matthieu Dussouillez überregional und sogar international zusehends auf sich aufmerksam macht, die Perspektive so dezidiert auf Scarpia, den Schrecklichen, dass man das Stück fast schon umtaufen möchte. Daniel Miroslaw, der als Ensemblemitglied in Hannover mit Verdis Jago die andere grandiose Negativfigur der italienischen Oper verkörpert, darf nun auch in Nancy seine sängerdarstellerischen Qualitäten ausspielen. Der markant deklamierende Bassbariton interpretiert dieses Monster von Mann als einen Psychopathen des Sexus: Sein Scarpia macht sich im ...

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Opernwelt 8 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Peter Krause

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